Kämpferisch: Arminias Trainer Jeff Saibene fordert von seiner Mannschaft für die Partie gegen Duisburg eine bessere Leistung als kürzlich im Pokal. - © Christian Weische
Kämpferisch: Arminias Trainer Jeff Saibene fordert von seiner Mannschaft für die Partie gegen Duisburg eine bessere Leistung als kürzlich im Pokal. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Heimspiel gegen Duisburg: Arminia braucht die Wende

Die DSC-Kicker wollen es am Freitag gegen den MSV besser machen als beim 0:3 im Pokalspiel

Bielefeld. Fünf Spiele sind es für Arminia Bielefeld noch bis zur Winterpause. Auf die Frage, ob es eine selbst gesetzte Vorgabe für die Punkteausbeute aus den verbleibenden Zweitliga-Partien des Jahres 2018 gebe, verweigert Jeff Saibene eine konkrete Antwort. "Das darf man als Trainer nicht tun", sagt er, "denn daran wird man gemessen." Einmal, als Berufsanfänger, habe er den Fehler begangen und öffentlich hochgerechnet, erzählt der 50-Jährige. Kurz darauf verlor er seinen Job. Nein, so etwas will Saibene nicht noch einmal erleben. Auf die unverfängliche Formel "So viele Punkte wie möglich" lässt er sich dagegen problemlos ein. So viele Punkte wie möglich sollen es sein, damit Arminia nach sechs sieglosen Zweitliga-Partien in Folge möglichst gar nicht erst auf die Abstiegsplätze rutscht. Mit dem Sammeln der Zähler will der DSC, aktuell Tabellen-14., am Freitag ab 18.30 Uhr im Heimspiel gegen den MSV Duisburg beginnen. Dass der Gegner womöglich nicht so schlecht ist, wie sein momentaner 16. Rang glauben machen könnte, musste Arminia vor gut drei Wochen in der zweiten Runde des DFB-Pokals erfahren. 3:0 gewannen die Duisburger, die unter der Regie des neuen Trainers Torsten Lieberknecht zudem acht Punkte aus fünf Zweitliga-Spielen holten. Saibene will nichts von einem Angstgegner wissen Trotz des schmerzhaften Pokal-Aus und einer ebenfalls empfindlichen 0:4-Heimpleite gegen die damals noch von Ilija Gruev trainierten Meidericher in der vergangenen Zweitliga-Saison will Saibene nichts von einem Angstgegner wissen. "Ein Angstgegner wären sie, wenn wir fünf oder sechs Mal gegen sie verloren hätten", sagt er: "Aber klar, wir wollen die Serie brechen und es jetzt besser machen." Ein wiederkehrendes Muster, betont Arminias Trainer, lasse sich bei der Ursachenforschung für die Niederlagen gegen Duisburg nicht erkennen. Beim 0:4 habe seine Mannschaft zu viele individuelle Fehler gemacht. Im Rückspiel gab es nach ordentlicher Leistung ein 2:2. Im Pokal-Duell, in dem der MSV schon zur Pause 3:0 führte, sei das Umschalten nach Ballverlusten nicht gut gewesen. "Wir waren in der ersten Halbzeit ziemlich naiv, sind in Konter gelaufen, sie hatten zu viele Räume", analysiert der Coach und kündigt an: "Jetzt wird es ein anderes Spiel." Statt wieder zu viel zu wollen und zu offensiv zu agieren, sei es "wichtig, dass wir eine gute Balance finden zwischen Offensive und Defensive, dass wir stabiler sind und weniger Gegentore bekommen". Dass Torwart Stefan Ortega am Freitag nach auskurierter Knieverletzung zwischen die Pfosten zurückkehrt, ist klar. Ansonsten mag Saibene wie gewohnt nicht allzu viel über Taktik, System und Personal verraten. Der Trainer deutet aber an, dass Mittelfeldspieler Patrick Weihrauch, beim 1:1 in Ingolstadt wegen defensiver Schwächen noch vor der Halbzeitpause ausgewechselt, eine neue Chance bekommen könnte. Ausfall Edmundssons schmerzt In den verletzten Joan Simun Edmundsson und Roberto Massimo fehlen ja auch zwei andere Profis, die für die rechte Seite in Frage kommen. Schmerzhaft ist vor allem der Ausfall Edmundssons, mit drei Treffern und fünf Vorlagen Arminias bester Scorer in dieser Saison. "Er ist an vielen Toren beteiligt und wird uns mit seiner Kreativität fehlen", sagt Saibene, "aber das ist auch eine Chance für andere, sich zu beweisen." Die Stimmung in der Mannschaft, berichtet der Trainer, sei während der beiden Trainingswochen nach dem Punktgewinn in Ingolstadt gut gewesen. "Im Training hat man gemerkt, es ist mehr Freude und Vertrauen da", sagt er, "es war wichtig, dass wir in Ingolstadt nicht verloren haben. Es war kein überragendes Spiel, aber für alle nach den Niederlagen davor extrem wichtig." Damit, dass nach einer neuerlichen Pleite gegen Duisburg die Diskussionen - auch um seine eigene Person - wieder beginnen könnten, mag der Trainer sich nicht beschäftigen. "Ich gehe positiv ins Spiel", sagt er, "daran zu denken, was im Fall einer Niederlage wäre, das wäre nicht gut." Von Negativszenarien hält Jeff Saibene mindestens genauso wenig wie von öffentlichen Hochrechnungen.

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