Einen Schritt zu spät: Fabian Klos, hier im Spiel vom Sonntag gegen St. Pauli, und die übrigen DSC-Stürmer erleben aktuell ein Formtief. - © Christian Weische
Einen Schritt zu spät: Fabian Klos, hier im Spiel vom Sonntag gegen St. Pauli, und die übrigen DSC-Stürmer erleben aktuell ein Formtief. | © Christian Weische

Arminia Krise spitzt sich zu: Arminia-Stürmer im kollektiven Formtief

Viele der Bielefelder Offensivkräfte treffen derzeit zu selten

Peter Burkamp

Bielefeld. Vom Glück sind Arminia Bielefelds Profis aktuell sicher nicht verfolgt. Ein Abseitstor kassiert, trotz guter Möglichkeiten nur einmal beim 1:2 gegen den FC St. Pauli selbst getroffen. Da passt es ins Bild, dass am Montag mit Sven Schipplock einer der Stürmer das Training wegen einer Knieverletzung abbrechen musste. Offenbar droht der Neuzugang allerdings nicht erneut länger auszufallen. Schipplock wäre zumindest eine Alternative für die Auswärtspartie in Ingolstadt am nächsten Sonntag, die vom Boulevard schon zum Abstiegsendspiel für Trainer Jeff Saibene hochgejazzt wird. Abwegig ist eine Trennung nach der Serie von sechs Niederlagen nicht. Dessen ist sich auch Saibene bewusst. Samir Arabi fordert Lösungen „Im Profifußball zählen am Ende nur die Punkte. Trainerteam und Mannschaft müssen Lösungen finden, wie wir unsere Situation verbessern", nahm Samir Arabi am Tag nach der bitteren 1:2-Pleite gegen St. Pauli das Rasenpersonal noch einmal in die Pflicht. Jeff Saibene appellierte an seine Mannschaft, „den Abstiegskampf anzunehmen und nicht von irgendetwas zu träumen. Wir müssen aufstehen und weiterkämpfen." Nicht das Ergebnis, aber die gezeigte Leistung stimmte den Trainer optimistisch. Er fühlte sich bestätigt, dass die insgesamt sechs Veränderungen gegenüber dem Duisburg-Spiel eine positive Wirkung gezeigt haben: „Auf jeden Fall waren die Wechsel richtig. Wir hatten mehr Begeisterung und Dynamik auf dem Platz." Arminia verzweifelt am Paulianer Schlussmann Und es gab ein halbes Dutzend guter Einschussmöglichkeiten. Bei Versuchen von Patrick Weihrauch und Keanu Staude in der Nachspielzeit bewies St. Paulis Schlussmann Robin Himmelmann, trainiert vom Ex-Arminen Mathias Hain, tolle Reflexe. „Ich glaube, der wusste nachher selbst nicht, wie er das gemacht hat", meinte Tom Schütz. Immerhin hatten die Arminen mal wieder verstärkt den Abschluss gesucht. Neben dem gesteigerten Einsatz war auch dies ein Schritt in die gewünschte Richtung. Mit dem Thema Abschluss beschäftigten sich die DSC-Profis auch am Montagmorgen. Während diverser Übungen auf dem Kleinfeld ließ Trainer Saibene seine Schützlinge immer wieder aufs Tor schießen. Klos, Voglsammer und Edmundsson schwächeln Neben dem einen oder andern Wackler in der Defensive ist die Torausbeute eine Ursache für die aktuelle Misere. Ganze vier Mal durften die Arminen in den jüngsten fünf Spielen jubeln. Andreas Voglsammer und Fabian Klos, die beiden Stürmer mit der meisten Einsatzzeit, laufen ihrer Bestform derzeit hinterher. Beide haben erst je zweimal getroffen. Fabian Klos’ letzter Torerfolg liegt zwei Monate zurück (1. September gegen Regensburg), Voglsammer traf zuletzt beim 1:1 gegen Union am 22. September. Mit drei Treffern ist Joan Edmundsson bester Torschütze, doch auch der Färinger vermochte zuletzt nicht zu überzeugen. „Man darf nicht vergessen, dass er in der Rückrunde fast sechs Monate gar nicht gespielt hat, und dass er jetzt fast immer dabei ist, plus die Länderspiele. Dass das zehrt, kann ich mir vorstellen", sagte Saibene, der seinen Spielern auch mal ein Formtief zugesteht. Wenn sich allerdings zu viele Profis eins leisten, wird es – wie gerade – eng.

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