Dennis Eilhoff während seinen aktiven Zeiten als Torwart von Arminia Bielefeld. - © Wolfgang Rudolf
Dennis Eilhoff während seinen aktiven Zeiten als Torwart von Arminia Bielefeld. | © Wolfgang Rudolf

Rietberg Dennis Eilhoff über Arminia-Zeit: "Keine Lust mehr auf Ersatzbank"

Die beiden Ex-Fußballprofis Martin Amedick und Dennis Eilhoff berichten über Höhen und Tiefen im Fußballgeschäft - heute machen beide etwas ganz anderes

Simon Steinberg

Rietberg. Die beiden ehemaligen Fußballprofis Dennis Eilhoff und Martin Amedick waren in der Mensa des Gymnasiums Nepomucenum Rietberg zu Besuch. Sie berichteten über die Herausforderungen und Schattenseiten im Leben eines Profifußballers. Vor dem aus überwiegend Schülern bestehendem Publikum sprachen die prominenten Ex-Abiturienten über verschiedene Themenfelder. Beide Ex-Profis sind 36 Jahre alt und bauten ihr Abitur in Rietberg: Eilhoff im Jahr 2001 und Amedick ein Jahr später. Den Anfang machte der Leistungssport in der Schule, der für beide eine Menge Stress mitbrachte. „Ich war während des Abis drei bis vier Wochen weg, weil ich mit der U-Nationalmannschaft eine WM in Neuseeland gespielt habe. Das erfordert dann schon unglaubliche Selbstdisziplin, die vom Lehrer mitgegeben Aufgaben auch noch nebenher zu bearbeiten", erklärt Ex-Torwart Eilhoff. Innenverteidiger Amedick sieht das ähnlich: „Wenn das GNR immer auf die Schulpflicht bestanden hätte, hätte mich das in meiner Karriere zurückgeworfen." "Ich war bei Arminia immer der kleine Dennis" Nach bestandenem Abitur wollten beide dann richtig durchstarten, was allerdings noch nicht auf Anhieb klappte. „Ich hatte bei Arminia Bielefeld immer das Gefühl, dass ich als der kleine Dennis, der immer da war, angesehen wurde. Da ich mit 24 keine Lust mehr hatte, nur auf der Ersatzbank zu sitzen, habe ich mich dann eine Liga runter zu Koblenz verleihen lassen", sagt Eilhoff von den damals erstklassigen Bielefeldern. Amedick, der später als Kapitän der besten Zweitligaabwehr mit den „Roten Teufeln" des 1. FC Kaiserslautern aufstieg, hatte mit anderen Problemen zu kämpfen: „Damals wurde viel weniger auf junge Spieler gesetzt als heute – und wenn ein Spieler für eine dicke Ablöse kam, dann wurde er dem Jugendspieler vorgezogen." An sein persönliches Highlight, einen Kopfballtreffer als BVB-Spieler im heimischen Signal-Iduna-Park, erinnert sich der Delbrücker Amedick noch bis heute. „Danach kam allerdings Jürgen Klopp und brachte Neven Subotic mit. Er hat mir dann so ehrlich, wie er war, gesagt, dass ich bei ihm keine Chance hätte und mir einen neuen Verein suchen sollte." Fans lauern Torwart nach verlorenen Spielen auf Auch Druck im Geschäft war ein Thema. „Mir haben nach einem verlorenen Spiel schon mal Fans aufgelauert und mich angepöbelt. Damit musste ich erst mal umzugehen lernen, aber das gehört dazu, dafür werden wir schließlich auch hochbezahlt", meint Eilhoff. Martin Amedick, der es nach seiner besten Zeit beim 1. FCK noch bei Eintracht Frankfurt und bei Eintracht Braunschweig probierte, musste erkennen, dass seine Psyche nicht mehr mitspielte und er krank wurde. Heute studiert er auch aus diesem Grund Psychologie an der Uni Bielefeld und will später als Sportpsychologe Nachwuchsspielern helfen. Dennis Eilhoff geht jetzt seinem Kindheitstraum nach – und jagt bei der Polizei Verbrecher.

realisiert durch evolver group