Erinnerung: Ronald Maul war zwischen 1995 und 2000 für den DSC Arminia aktiv, nun wacht er als Geschäftsführer über die Finanzen von
Drittligist SV Meppen. - © Witters
Erinnerung: Ronald Maul war zwischen 1995 und 2000 für den DSC Arminia aktiv, nun wacht er als Geschäftsführer über die Finanzen von
Drittligist SV Meppen. | © Witters

Ronald Maul: "Habe mich bei Arminia extrem wohl gefühlt"

Testspiel: Am Mittwochabend empfängt die Arminia den Drittligisten aus dem Emsland zum Testspiel. Den dortigen Geschäftsführer werden viele DSC-Fans aus den Neunzigern noch gut kennen

Jan Ahlers

Bielefeld. Es ist eine illustre Runde, die sich am 16. März 1996 zum bislang letzten Pflichtspiel des DSC Arminia Bielefeld gegen den SV Meppen auf der Alm traf. Im Kader der Blauen standen nicht nur Uli Stein, Thomas Stratos und Thomas von Heesen, sondern auch Ronald Maul. Die Gäste aus Niedersachsen, die sich ein 2:2-Remis erkämpften, boten unter anderem Markus von Ahlen auf, der später als einer der erfolglosesten DSC-Trainer in die Historie eingehen sollte. Auf das Testspiel zwischen Zweitligist Arminia und Drittligist Meppen (Mittwoch, 18.30 Uhr, DSC-Trainingsgelände) freut sich Ronald Maul besonders. Er, der den SVM heute als Geschäftsführer betreut, erlebte zwischen 1995 und 2000 eine so turbulente Zeit beim DSC, "dass es sich nach einer deutlich längeren Station anfühlt", wie der 45-Jährige heute sagt. Als 22-Jähriger kam er nach der Rückkehr in die 2. Bundesliga im Jahr 1995 vom VfL Osnabrück zu den Blauen. "Ich war der junge Bengel in der Star-Truppe", sagt Maul und muss schmunzeln. "Das war ein sehr positiver und wichtiger Schritt, eine prägende Zeit in meiner aktiven Karriere." Eine Saison hebt Maul besonders hervor Denn auf der linken Seite machte er den Etablierten schnell Feuer, bewährte sich in der Startformation. Gleich die erste Saison sei die schönste gewesen, so Maul. "Der Durchmarsch in die Bundesliga im Jahr 1996 war das Highlight." In der Folge prägte Arminia sein Charakteristikum als Fahrstuhlmannschaft: 1998 ging es zurück in die Zweitklassigkeit, 1999 stieg der DSC wieder auf und 2000 direkt wieder ab. Gut drei Jahre davon wurde Maul von "Jahrhundert-Trainer" Ernst Middendorp trainiert, dessen emotionaler Führungsstil polarisierte. Die berühmte Taxifahrt von Middendorp, als dieser nach einem Interview von Star-Einkauf Stefan Kuntz aus Protest schon 80 Kilometer vor der Ankunft in Bielefeld aus dem Mannschaftsbus stieg und sich nach Hause fahren ließ, erlebte Maul nicht live mit. "Da muss ich gefehlt haben." Aber er erinnere sich an die Schlagzeilen. Maul absolvierte in dieser Zeit knapp 140 Pflichtspiele für Bielefeld, erzielte zehn Tore. Das einzige im DFB-Pokal führte den damaligen Zweitliga-Neuling 1995 zu einem 2:1-Erstrundencoup gegen den Hamburger SV, für den Maul später selbst spielte. "Ich habe nie mit dem rechten Fuß getroffen", erinnert sich Maul, "aber das war eine richtig schöne Kiste." "Für mich stand die Richtung schnell fest" Schon damals sei die Stimmung auf der Alm intensiv gewesen - Fans und Stadion blieben dem gebürtigen Jenaer im Gedächtnis. "Früher haben wir Spieler uns noch in der Almhalle umgezogen", sagt Maul. Dass die Halle bald zugunsten des schon fertiggestellten Neubaus weichen wird, wusste er bislang nicht. Er stockt kurz. "Da hängen Erinnerungen dran." Seine persönliche Karriere führte ihn anschließend zum HSV, nach Rostock, Jena und RW Ahlen. An der Werse ging er nach dem Ende der Profikarriere auch die ersten Schritte als Manager. "Für mich stand die Richtung schnell fest", sagt der 45-Jährige, der seit Juli 2017 als Geschäftsführer die Geschicke des SV Meppen leitet. Missglückten Saisonstart austariert Der schwache Saisonstart, zwischenzeitlich waren die Emsländer Schlusslicht der 3. Liga, hat ihn auch dank seiner Erfahrungen bei der Fahrstuhl-Arminia nicht beunruhigt. "Ich weiß bestens, wie hektisch es in Vereinen zugehen kann", sagt Maul, der lieber den ruhigen Gegenpol bildet. Nichtsdestotrotz waren die jüngsten Heimsiege über Eintracht Braunschweig (4:2) und 1860 München (1:0) Balsam auf Mauls Seele. "Da habe ich tief durchgepustet. Unsere Jungs wissen jetzt, dass wir in dieser starken Liga mithalten können."

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