Der Schuss geht vorbei: Arminias Linksaußen Florian Hartherz schießt aufs Tor, die Bochumer Stefano Celozzi und Manuel Riemann stehen zur Abwehr bereit. - © Christian Weische
Der Schuss geht vorbei: Arminias Linksaußen Florian Hartherz schießt aufs Tor, die Bochumer Stefano Celozzi und Manuel Riemann stehen zur Abwehr bereit. | © Christian Weische

Arminia Analyse: Arminia ist auf der Suche nach Präzision

Jeff Saibene fordert mehr Genauigkeit und Effizienz im Angriffsspiel

Peter Burkamp

Bielefeld. Nicht nur bei Bayern München herrscht dieser Tage eine gewisse Ratlosigkeit. Auch beim DSC Arminia machen sich die Verantwortlichen Gedanken angesichts der Leistungen ihres Fußball spielenden Personals. Allerdings hängen Letztere ihren selbstgesteckten Zielen längst nicht so weit hinterher wie der Rekordmeister. Nachdem Jeff Saibene seine Enttäuschung und seinen Frust unmittelbar nach der 0:1-Niederlage in Bochum klar formuliert hatte, kündigte er eine Bestandsaufnahme an: „Wir werden nicht überreagieren, wir schauen uns das Spiel noch einmal an und analysieren." Mit den Ergebnissen seiner Überlegungen wird der Arminen-Trainer die Spieler ab Montag konfrontieren. "Vom System her war das okay" Den Wechsel von der gewohnten 4:4:2 zur 3:5:2-Formation wollte er nicht für die Defizite in der Defensive sowie vor dem gegnerischen Tor verantwortlich machen: „Vom System her war das okay. Da fehlte vielmehr überall ein bisschen." Zum Beispiel ein bisschen mehr Konsequenz vor dem frühen Gegentor durch Tom Weilandt bereits nach acht Spielminuten. „Da lassen wir uns einfach ausspielen. Das war extrem schwach", meinte Saibene. Bochum spielte die Führung in die Karten. Der VfL zog sich verstärkt in die eigene Hälfte zurück. „Wenn du 80 Minuten hinterherlaufen musst, ist das schon eine komische Ausgangslage, vor allem wenn du selbst vorher eine Rhance hattest", meinte Saibene. Grundsätzlich ist seine Mannschaft mit Rückständen vertraut. In fünf der bisher acht gespielten Partien bejubelte der Gegner den ersten Treffer, vier mal schafften die Arminen mindestens noch den Ausgleich. In Bochum nicht. „Sicherlich hatten wir auch Pech, aber grundsätzlich fehlten mir die letzte Überzeugung, der letzte Wille und die Effizienz vorm Tor", klagte Saibene. Mit dem Einsatz von Joan Edmundsson als „Neuneinhalb" hatte er sich mehr Kreativität im Angriffsspiel versprochen: „Eddy hatte auch gute Ansätze, man merkte, dass da was kommen kann. Er hatte jedoch zu wenig Abschlüsse, und eine Chance, die er machen muss." "Die Flanken müssen kommen, so einfach ist das" Ein Plus an Ballbesitz, bei den Ecken, bei den Torschüssen und bei den Chancen – trotzdem sprang nicht einmal ein Punktgewinn heraus. Vor zwei Wochen in Darmstadt „erzwangen" die Arminen den Sieg, wie es Anderas Voglsammer formulierte. In Bochum mangelte es vor allem an der Präzision. Von einem genau in den Lauf gespielten Pass, wie ihn Joan Edmundsson auf Florian Hartherz vor dem 2:1 gespielt hatte, waren die Arminen weit entfernt. „Jonathan Clauss hat sieben, acht Flanken. Davon kommen fünf in dieser Höhe", sagte Saibene und zeigte mit der Hand auf sein Knie. „Da können wir lange reden und machen. Die Flanken müssen kommen, so einfach ist das." Ähnlich sah es bei den Diagonalpässen aus. Da Nils Seufert das Spiel nicht wie geplant aus dem defensiven Mittelfeld heraus lenken konnte, verlegten sich die Arminen häufiger auf Seitenwechsel aus der Abwehr heraus. Grundsätzlich ein probates Mittel in den Augen des Trainers, „doch zu viele sind nicht angekommen, obwohl sie nicht so schwer zu spielen waren", kritisierte Saibene. Es wartet also viel Arbeit auf den Chefcoach und die Spieler. Bis zum Heimspiel gegen Greuther Fürth am 20. Oktober darf es überall ein bisschen mehr sein.

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