Die Schüco Arena gehört bald nicht mehr Arminia Bielefeld, sondern einem Konsortium aus Immobilienexperten und lokalen Unternehmen. - © Wolfgang Rudolf
Die Schüco Arena gehört bald nicht mehr Arminia Bielefeld, sondern einem Konsortium aus Immobilienexperten und lokalen Unternehmen. | © Wolfgang Rudolf

Arminia Bielefeld Arminia verkauft die Alm: Welche Vereine haben noch ein Stadion im Eigenbesitz?

Schuldentilgung: Für den DSC ist der Stadionverkauf ein wichtiger Schritt zur Sanierung. Damit steht er im Vergleich zur Konkurrenz nicht schlechter da: Längst nicht jeder Fußballverein besitzt die Spielstätte, in der er aufläuft. Ein Überblick

Bielefeld. Es ist beschlossene Sache, dass der DSC Arminia Bielefeld zeitnah die Schüco Arena für einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag an eine Investorengruppe verkaufen wird. Eine zufriedenstellende Lösung für Verein und Fans, zumal die Gruppe unter anderem aus sechs regionalen Unternehmen besteht, die sich im Rahmen des "Bündnis Ostwestfalen" zur Arminia bekannt haben. Doch haben die Arminen nun einen strukturellen Nachteil gegenüber der Konkurrenz? Nein. Ein eigenes Stadion hat nicht jeder Klub. In der Bundesliga darf sich etwa der FC Bayern München als Eigentümer seines eigenen, 75.000 Zuschauer fassenden Stadions bezeichnen. Die "Allianz Arena" ist seit 2014 abbezahlt und zu 100 Prozent im Besitz der FC Bayern AG. Auch Bayer Leverkusen, der BVB und Borussia Mönchengladbach spielen in ihren eigenen Arenen, Schalke 04 hat alle Kredite für die "Veltins Arena" voraussichtlich Anfang 2019 abgestottert. Miete zahlen müssen beispielsweise Eintracht Frankfurt, Mainz 05 und Hertha BSC, deren Spielstätten den jeweiligen Städten obliegen. Die Miethöhe richtet sich, ganz ähnlich dem Wohnungsmarkt, nach Kapazität und Ausstattung des Stadions. So viel Miete zahlen der SC Paderborn und der 1. FC Köln In der 2. Bundesliga sind die Klubs finanziell in der Regel nicht derart gut aufgestellt, eine eigene Arena zu bauen oder ihr Stadion zu erwerben. Doch auch die daraus resultierenden Mieten sind oftmals eine große Belastung für den Klub-Etat. Der ostwestfälische Rivale SC Paderborn etwa muss pro Saison 750.000 Euro Miete für die Benteler-Arena sowie das Trainingszentrum an eine Stadiongesellschaft zahlen. Hätte die Gesellschaft nach dem Abstieg in die 3. Liga nicht für eine Saison auf die Mietzahlung verhindert, wäre der Verein wohl in die Insolvenz gegangen. Für den 1. FC Köln werden sogar 2,1 Millionen Euro pro Zweitliga-Saison an den Betreiber "Kölner Sportstätten" fällig, in der Bundesliga wären es für den FC fast acht Millionen Euro. Der MSV Duisburg zerbrach gar 2013 an einer horrenden, auf Erstliga-Einnahmen basierenden Miete von fünf Millionen Euro jährlich, mittlerweile müssen die Zebras "nur" noch 900.000 Euro pro Spielzeit berappen. Vier Vereine in der 2. Bundesliga besitzen derweil ihr eigenes Stadion: Der Hamburger SV, der aber noch Kredite abbezahlen muss. Dazu kommen der SV Sandhausen, Union Berlin und der FC St. Pauli. Wie hoch die künftige Miete für Arminia Bielefeld sein wird, ist noch nicht bekannt.

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