Akustischer Rückhalt: Die Fans in Magdeburg machen bei den Heimspielen ihres FC heftig Radau. - © Witters
Akustischer Rückhalt: Die Fans in Magdeburg machen bei den Heimspielen ihres FC heftig Radau. | © Witters

Arminia Fans euphorisch: Arminia muss in Magdeburg mit einem Höllenlärm rechnen

Ex-Armine und Magdeburger Kultfigur erwartet beim DSC-Gastspiel eine mächtige Kulisse und einen aggressiven Gegner

Peter Burkamp

Bielefeld. Ein volles Stadion, enthusiastische Fans – die Stimmung, die die TV-Bilder von den Heimspielen des FC Magdeburg übermitteln, ist beeindruckend. Doch die riesen Euphorie, die der Zweitligaaufstieg des Traditionsvereins in der Stadt und im Umland ausgelöst hat, erlebe und spüre man nur live vor Ort, erzählen Augen- und Ohrenzeugen. Markus Wuckel gerät ins Schwärmen, wenn er von der Atmosphäre in der MDCC-Arena spricht. „Vor dem Spiel klatschen die Fans an, und dann singen sie ,FC Magdeburg, du bist niemals allein’ – das ist schon einmalig." Der ehemalige Magdeburger und Bielefelder Stürmer warnt die DSC-Profis und Fans, die am Montag Arminias Zweitligaspiel vor Ort und rund 27.000 Zuschauern erleben werden, schon mal vor: „Man sollte nicht erschrecken. Die Fans sind teilweise so laut, dass man sein eigenes Wort nicht versteht." Lärmen dürfen die Anhänger, hüpfen allerdings seit Längerem schon nicht mehr. Statiker hatten vor Einsturzgefahr gewarnt. Markus Wuckel hat die Hochstimmung der FCM-Fans schon vor 30 Jahren erlebt: „Magdeburg hat nie ein Auswärtsspiel. Die Fans sind wirklich wie der sprichwörtliche 12. Mann." Wuckel bestritt von 1985 bis 1991 116 Erstligaspiele für den DDR-Oberligisten und genießt noch heute Kultstatus in Magdeburg. „Die Ehemaligen werden regelmäßig eingeladen. Da trifft man sich dann mit den früheren Mitspielern und geht auch ins Stadion." Erinnerungen an "Blut im Stutzen" Als er vor einigen Wochen mit Arminias Frauen in der ersten DFB-Pokalrunde beim FFC Magdeburg – 5:2-Sieg für den DSC – antrat, wurde er herzlich begrüßt. „Da waren viele, die Autogramme wollten. Einige, wie unseren ehemaligen Platzwart, kannte ich noch." Der heute 51-Jährige, aufgewachsen in Wienrode im Harz, kam mit elf Jahren ins Fußball-Internat der Magdeburger. Als 18-Jähriger wurde er für ein Jahr bei Stahl Brandenburg geparkt, ehe er Nachfolger von Stürmerlegende Joachim Streich beim FCM wurde. Wuckel, beidfüßig und kopfballstark wie sein Vorgänger, spielte sich durch seine Einsatzfreude in die Herzen der Fans. „Sie haben honoriert, wie ich den Fußball gelebt und geliebt habe", erinnert er sich. Er wurde DDR-Auswahlspieler und durfte mit dem FCM im Europapokal gegen Athletic Bilbao ran. In diesem Duell hatte er es mit dem für seine Härte bekannten Andoni Goikoetxea zu tun. Er war berüchtigt, da er Diego Maradona und Bernd Schuster schwere und langwierige Verletzungen zugefügt hatte. Wuckel überstand das Aufeinandertreffen mit „Blut im Stutzen". "Magdeburg versucht, den Gegner zu überrennen" Heftiger traf ihn ein schwerer Autounfall 1990, dessen Folgen ihn wahrscheinlich eine Karriere in der Bundesliga kosteten. Über Göttingen und den Zweitligaaufsteiger Oldenburg gelangte er 1993 zum DSC Arminia und feierte den Aufstieg in die 2. Liga. Mittlerweile ist Arminia nach 16 Jahren Trainertätigkeit und zwei Aufstiegen mit den DSC-Damen „eine Herzensangelegenheit. Ich wünsche dem FCM den von den Fans ersehnten ersten Sieg sehr, aber bitte nicht gegen Arminia." Wuckel rechnet am Montagabend mit einem engen Spiel. „Arminia muss auf die Startphase aufpassen, da versuchen die Magdeburger ihren Gegner zu überrennen. Ich erwarte ein sehr körperbetontes Spiel." Und ein lautes. Aber das wird für die DSC-Profis ja keine Überraschung mehr sein.

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