Vielseitig: Mittelfeldspieler Nils Seufert erobert Bälle und gibt der Mannschaft zugleich offensive Impulse. - © Wolfgang Rudolf
Vielseitig: Mittelfeldspieler Nils Seufert erobert Bälle und gibt der Mannschaft zugleich offensive Impulse. | © Wolfgang Rudolf

Arminia Nils Seufert: Arminias schmächtiger Youngster mit spielerischer Note

Philipp Kreutzer

Bielefeld. Beim Ballhochhalten nach dem Training steigt die Stimmung mit jedem Kontakt, und am Ende liegen mehrere Kicker lachend auf dem Rasen. Als sie sich auf den Weg Richtung Kabinen machen, grinst Nils Seufert immer noch. Es ist offensichtlich: Der Mittelfeldspieler, der im Sommer aus Kaiserslautern nach Bielefeld gewechselt ist, fühlt sich wohl in seiner neuen Mannschaft. „Ich bin glücklich, mich für Arminia entschieden zu haben", bestätigt er. Sein Gefühl, „dass ich hierhin passe", resultiert aber längst nicht nur aus dem Spaß mit den Kollegen. Seufert ist vor allem deshalb sehr zufrieden, weil er sich einen Stammplatz auf der Sechserposition erkämpft hat und neben Joan Simun Edmundsson der bislang wohl auffälligste Neuzugang beim Zweitligisten ist. „Ich bin mit dem Ziel hierhergekommen, möglichst viel zu spielen", sagt er, „aber klar, ich habe nicht unbedingt damit gerechnet, dass das von Anfang an so sein würde." Doch Trainer Jeff Saibene habe wahrgemacht, was er ihm vor seinem Wechsel ankündigte: „Namen sind ihm egal, er stellt nach Leistung auf." "Ich weiß ja, dass dann etwas kommt, was ich gut kann" In allen vier bisherigen Punktspielen stand der 21-Jährige in der Startelf und bildete gemeinsam mit Manuel Prietl das zentrale Mittelfeld. Seufert ist fast schon so laufstark wie sein Nebenmann, er gefällt wie Prietl durch Balleroberungen. Und er bringt eine neue spielerische Note ein. Seufert kann dank Technik und Übersicht auch auf engem Raum Situationen geschickt auflösen und das Umschalten einleiten. In Saibenes Idee vom schnellen und mutigen Offensivspiel nimmt er deshalb eine zentrale Rolle ein. Dass er, der einräumt, vor Spielen extrem nervös zu sein, dabei unbekümmert wirkt und fast jeden Ball fordert, erklärt Seufert so: „Sobald der Anpfiff da ist, geht bei mir die Aufregung weg. Ich weiß ja, dass dann etwas kommt, was ich gut kann." Sogar ein Tor wäre ihm neulich beinahe gelungen, sein Freistoß beim 5:3-Heimsieg über Regensburg landete auf der Latte. Auch wenn er bislang nicht getroffen hat: Die Summe seiner Fähigkeiten ergibt eine Mischung, die perspektivisch auch für Bundesligisten verlockend sein dürfte. Seufert hat die Anstrengung der jungen Saison schon gespürt Körperlich, das weiß der noch etwas schmächtige Youngster selbst, muss er zulegen. Seufert arbeitet daran. Allerdings behutsam, weshalb er in der vergangenen Woche eine Pause einlegte. Statt mit der Mannschaft zu trainieren und am Testspiel in Luxemburg teilzunehmen, absolvierte Seufert Rehatraining. „Die Pause war wichtig für mich", sagt er, „mein Körper hat mir Signale gegeben, dass etwas passieren könnte. Ich hatte Adduktorenprobleme, die jetzt aber weg sind. Ich fühle mich gut und bereit." Bereit für das nächste Spiel am Montag in Magdeburg. Die Wahrscheinlichkeit, dass Nils Seufert auch in dieser Partie der Startelf des DSC angehören wird, ist hoch.

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