Arminia Bielefeld Cédric Brunner nur 24 Tage nach Meniskusriss wieder auf dem Platz

Mannschaftsarzt Elsner lobt die Zusammenarbeit mit Physios und Trainern

Peter Burkamp

Bielefeld. Da staunte der eine oder andere Arminen-Fan nicht schlecht: Nur 24 Tage nach seinem im Ligaspiel gegen Dynamo Dresden erlittenen Meniskus-Anriss stand Cédric Brunner am vergangenen Dienstagabend 60 Minuten für Arminia gegen die Nationalmannschaft Luxemburgs auf dem Platz. Ohne Probleme. Dass er anschließend seine Muskeln gespürt habe, sei völlig normal, meint Andreas Elsner. Der promovierte Orthopäde und Unfallchirurg betont, dass zum einen Brunners individuelle Art der Verletzung zur schnellen Genesung beigetragen hat. Mit Eigenblut behandelt Zum anderen sei der „extrem gute Kontakt sowie eine tolle Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Trainer- respektive Physio-Team Arminias" ein Baustein gewesen. Elsner weist darauf hin, dass beileibe nicht jeder Patient mit Meniskusriss mit einer derart schnellen Heilung rechnen darf. „Jede Meniskusruptur ist unterschiedlich. Bei Cédric Brunner handelte es sich um eine Teilruptur, die wir mit einem körpereigenen Blutplättchenkonzentrat, gewonnen aus Eigenblut, behandelt haben." In Zusammenarbeit mit den Züricher Ärzten aus der Heimat Brunners und in enger Absprache mit Physiotherapeuten und dem DSC-Trainerteam wurde relativ zeitnah nach der Verletzung mit dem Aufbau begonnen. „So hat der oberflächliche Riss offenbar auch ohne Naht Festigkeit bekommen", ergänzt Elsner. Ein gewisses Risiko habe es allerdings gegeben. Das hätten alle Beteiligten angesichts der erfolgversprechenden Behandlung („Die Ruptur war nicht so tief", Elsner) in Kauf genommen. „Gegebenenfalls hätte man nach fünf Wochen doch noch operieren müssen", sagt Elsner. Eine Naht sei beispielsweise notwendig bei tiefen, frischen Rissen an der Meniskuswurzel – Ausfallzeit etwa sechs Monate. „Auch bei einem Abriss, bei dem freie, blockierende Meniskusstücke entstehen können, ist eine Operation unumgänglich", erklärt Arminias Mannschaftsarzt. Ein großer Teil der Meniskusverletzungen ist degenerativer Natur, also Verschleiß. Elsner betont die Notwendigkeit, „dass wir Brunners Knie regelmäßig kontrollieren und weitere Belastungen in enger Zusammenarbeit mit dem Trainerteam und den Physiotherapeuten steigern". Möglicherweise kann Cédric Brunner im nächsten Punktspiel am Montag, 17. September, in Magdeburg (Liveticker auf nw.de) schon wieder in der Startelf stehen. Die Entscheidung, ob er spielt, dürfte aber erst kurz vor dem Termin fallen. „Die Kommunikation mit dem Trainer ist sehr gut, das hilft bei der Regeneration der Spieler", meint Elsner. Sorgen braucht sich Jeff Saibene um die Besetzung der Position rechts hinten ohnehin nicht zu machen. Nachverpflichtung Jonathan Clauss hat sein Potenzial schon gegen den SV Jahn Regensburg angedeutet. Sein Einkauf war weitsichtig, denn dass Brunner so schnell gesund werden würde, war vor Ende der Wechselfrist am 31. August noch nicht abzusehen.

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