Ein unbeliebter Platz: Keiner der DSC-Profis möchte, wie hier im Test beim VfB Fichte, gegen Dresden auf der Bank sitzen. Foto: Sarah Jonek - © Sarah Jonek
Ein unbeliebter Platz: Keiner der DSC-Profis möchte, wie hier im Test beim VfB Fichte, gegen Dresden auf der Bank sitzen. Foto: Sarah Jonek | © Sarah Jonek

Arminia Bielefeld Gedrängel um Arminias Startelfplätze

Zum Heimspielauftakt gegen Dynamo Dresden steht DSC-Trainer Saibene vor schweren Entscheidungen

Peter Burkamp

Bielefeld. Andreas Golombek, von 1986 bis 1990 bei Arminia Bielefeld und anschließend noch für diverse Profiklubs aktiv, erzählt auch heute noch gern eine Anekdote von Aleksandar Ristic. Der war 1996 Golombeks Trainer bei Fortuna Düsseldorf. Vorm Wochenende meldete sich Golombek beim Chefcoach fit und sagte, er wolle unbedingt spielen. Ristic antwortete spitz: „Junge, dann musst du beim DFB fragen, ob wir mit zwölf Leuten spielen können." Angesichts der personellen Situation bei Arminia vor dem Heimspiel gegen Dynamo Dresden am Samstag, Anstoß 15.30 Uhr, in der Schüco-Arena, würden wohl gut und gerne acht Bielefelder Profis eine Ausnahmegenehmigung für sich beantragen wollen. Wie schon vor einer Woche wird Trainer Jeff Saibene gezwungenermaßen einige seiner Schützlinge auf die Tribüne setzen, „die eigentlich auch dabei sein müssten". Die Besetzung des Kaders wird schon eine knifflige Angelegenheit, die der Startelf vielleicht noch ein wenig mehr. Der DFB, respektive die DFL, wird kein Auge zudrücken für ambitionierte DSC-Profis. Wie seinerzeit Golombek werden einige in die Röhre gucken. Die Tatsache, dass bis auf Nils Quaschner alle fit sind, „macht die Entscheidung noch schwerer", sagt Saibene. Arminias Trainer ist nach eigener Aussage der Typ Fußballlehrer, der Spielern eher eine zweite Chance gibt, als sie nach einem mäßigen Auftritt gleich auszutauschen. „Es war ja gegen Heidenheim keiner wirklich schlecht. Aber natürlich gibt es Steigerungspotenzial." Ortega ist unangefochten die Nummer eins Saibene weiß, dass seine Entscheidungen im Kader beobachtet werden. Da könnte der eine oder andere nach dem Auftakt über den Konkurrenten denken: Das war jetzt nicht so überragend, da könnte auch ich spielen. „Wir haben so viele Spieler auf Augenhöhe", sagt Saibene. Um Missgunst vorzubeugen, setzt er auf offene Worte. „Wir besprechen das intern und fragen uns: Gibt es wirklich Grund zu wechseln?" Ein Antrieb für Veränderungen sieht Saibene in der Tatsache, „dass die, die hintendran sind, über extrem viel Qualität verfügen". Mit Ausnahme der Position im Tor – Stefan Ortega ist aktuell unangefochten die Nummer eins – sieht Jeff Saibene auf den anderen Positionen ein mehr oder weniger offenes Rennen: „Die drei Innenverteidiger sind auf Augenhöhe, die vier Sechser und die Außenspieler auch. Dazu haben wir vier richtig gute Stürmer." Egal, wer am Samstag das Vertrauen des Trainerstabs bekommt, wichtig ist Saibene, „dass wir leichtfertige Ballverluste vermeiden." In den Punkten Präzision, Technik und Konzentration erwartet Jeff Saibene nach intensivem Videostudium gegenüber dem Heidenheim-Spiel eine Verbesserung. Großes Thema ist die Organisation bei Ballverlusten. Saibene fordert von seinen Spielern, dass sie in solchen Momenten nah am Gegner sind und Konter verhindern. Eben diese Situationen dürften am Samstag auf die Arminen zukommen. „Gegen Duisburg haben die Dresdner auf Konter gespielt, und auf den Außenbahnen bringen sie vor allem mit Kone viel Geschwindigkeit mit", warnt der DSC-Trainer.

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