Stefan Ortega im Arminia-Trainingslager. - © Christian Weische
Stefan Ortega im Arminia-Trainingslager. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Arminia-Torhüter im Video-Interview: Ortega hat seinen Platz markiert

Peter Burkamp

Bielefeld. Sie sind in vielen Fällen die letzte Instanz auf dem Platz. Wenn Torhüter einen Fehler begehen, zappelt wenig später der Ball im Netz. „Es gibt nur schwarz oder weiß", sagt Stefan Ortega. Aber er kann mit der Färbung seiner Stellenbeschreibung gut umgehen. „Das macht doch den Reiz aus", sagt Arminias Schlussmann und glaubt, dass nahezu alle seiner Kollegen ähnlich empfänden. Wenn es am Samstag, 15.30 Uhr, in der Schüco-Arena im ersten Saisonheimspiel gegen Dynamo Dresden geht, ist alles, was davor war, für Ortega vergessen. In der vergangenen Saison hat er in den Duellen gegen die Sachsen weiß und schwarz erlebt. Im Hinspiel vereitelte er bei einer 1:0 Führung Arminias (Endstand 2:0) mit einer Glanzparade den möglichen Ausgleich. Im Rückspiel musste er, etwas zu weit vor dem Tor stehend, dem Distanzschuss von Lucas Röser zum 2:3-Endstand hinterherschauen. „Das gehört dazu", sagt er völlig gelassen. Nicht jeder könne mit dem Druck als Torwart umgehen. Ihn belaste der Treffer auf jeden Fall nicht mehr. „Es geht jedes Mal wieder von Neuem los." Ortega weiß, dass kein Torwart der Welt eine Saison ohne jeglichen Fehler durchzieht: „Man muss aber schon gucken, dass man so wenig wie möglich macht." Mit erstem Auftritt zufrieden Deshalb arbeitet er eng mit Torwarttrainer Marco Kostmann zusammen. Nach jedem Spiel wird mit Hilfe einer umfangreichen Videoanalyse diskutiert, was gut und was schlecht war. Mit seinem ersten Auftritt war Ortega zufrieden. „In Heidenheim habe ich nicht so viel aufs Tor bekommen. Da musste ich eher viele Bälle mit dem Fuß spielen oder Flanken abfangen. Mein persönlich Start war gut." Den der Mannschaft im Ganzen bezeichnete er als „ordentlich. Es war extrem schwer bei der Hitze und gegen diesen unbequemen Gegner. Wichtig war, nicht mit einer Niederlage zu starten." Auch wenn Stefan Ortega selbstbewusst sagen darf, dass er nach einem starken Jahr „wahrscheinlich einen Bonus" gegenüber seinem Konkurrenten Philipp Klewin gehabt habe, hat ihn die Neuverpflichtung zusätzlich motiviert. „Klewi gibt im Training Gas, und das war für mich während der Vorbereitung auch wichtig. Wenn ein Neuer kommt, muss man sich beweisen und seinen Platz markieren." Bonus hin oder her: Im Kampf um den begehrten Platz zwischen den Pfosten will auch ein gestandener Platzhirsch wie Stefan Ortega durch Leistung seine Position untermauern. Konkurrenz belebt auch das Torwartgeschäft. Das Verhältnis zu Klewin, der vor der Saison aus Erfurt gekommen war und die Stimmung im Torwartteam überhaupt sei „sehr, sehr gut", sagt Ortega. Das liege auch daran, dass ein respektvoller Umgang gepflegt werde. Darauf legt der 25-Jährige großen Wert. Am Samstag gegen Dresden hätte Arminias Nummer eins nichts dagegen, „wenn ich viel zu tun kriege. Es ist schön, wenn man sich auszeichnen kann." Wenn aber die Mannschaft es ihrem Torwart „leicht macht, wir gewinnen und ich einen ruhigen Nachmittag habe, wäre das auch schön". Damit ist aber eher nicht zu rechnen. Ortega hat die Dresdner gegen Duisburg gesehen und zeigte sich beeindruckt.

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