Arminias Trainer Jeff Saibene.  - © Wolfgang Rudolf
Arminias Trainer Jeff Saibene.  | © Wolfgang Rudolf

Arminia Bielefeld Arminias Trainer Jeff Saibene: „Man muss uns erst mal schlagen"

Im ersten Saisonspiel geraten die Bielefelder in Heidenheim nach gutem Start in beiden Halbzeiten unter Druck, halten dem Gegner aber stand

Philipp Kreutzer

Bielefeld. Nach der Hitze im Stadion bot die Fahrt im angenehm temperierten Auto eine willkommene Abkühlung. Doch am Tag nach seiner Rückkehr aus Hamburg, wo er am Freitag das Auftaktspiel des HSV gegen Kiel beobachtet hatte, verspürte Jeff Saibene die typischen Symptome einer Erkältung. Na klar, an der Klimaanlage im Wagen hatte es gelegen. So kämpfte sich Arminias Trainer angeschlagen durch das Wochenende. Einen Sieg, der seine Genesung womöglich beschleunigt hätte, verpasste der DSC am Sonntag in Heidenheim zwar. Trotzdem reagierte Saibene alles andere als verschnupft auf das 1:1 und die Leistung seiner Mannschaft. In den ersten 20 Minuten dominant „Wir sind in beiden Halbzeiten sehr gut reingekommen, waren 15 bis 20 Minuten dominant und hatten Chancen", analysierte der Trainer und hatte Torschüsse von Florian Hartherz, Brian Behrendt und Andreas Voglsammer in der ersten sowie Manuel Prietls gefährlichen Versuch zu Beginn der zweiten Hälfte im Sinn. Der DSC war in diesen Phasen die bessere, spielerisch stärkere Mannschaft – verlor aber jeweils den Faden. So kamen auch die Gastgeber vor allem in Person von Marc Schnatterer zu Gelegenheiten. Heidenheims Kultkicker war es auch, der kurz vor der Pause gegen aufrückende Bielefelder die Führung erzielte. „Das ist eben das Risiko, wenn man draufschiebt, wie wir das machen, und dann das Timing verpasst", stellte Florian Hartherz fest. Arminias Linksverteidiger wies allerdings darauf hin, dass dies in der gesamten Partie nur einmal passierte und die Abstimmung zwischen den einzelnen Spielern – zumal den neuen – zu Beginn einer jeden Saison noch ausbaufähig sei. „In Heidenheim zu spielen, ist immer eklig" Wichtiger, befand Hartherz, sei ohnehin etwas anderes: „Wir sind stark zurückgekommen." Joan Simun Edmundsson traf noch vor dem Ende der ersten Halbzeit zum Ausgleich. „In Heidenheim zu spielen, ist immer eklig", sagte Hartherz mit Blick auf die robuste Gangart des FCH, „wir haben hier 1:1 gespielt und sind damit zufrieden. Haken dran." Sein Trainer empfand es genauso, zumal Heidenheim in der Schlussphase stärker auf einen Siegtreffer gedrängt hatte als Arminia. „Man muss uns erst mal schlagen", lautete eine seiner Erkenntnisse der Auftaktpartie. Zugleich hätte Saibene nur zu gern wenigstens einen seiner beiden auf der Bank sitzenden Stürmer eingewechselt, um die Wahrscheinlichkeit eines perfekten Saisonstarts wohldosiert hochzuschrauben. Doch weder Sven Schipplock noch Prince Osei Owusu konnten ihre Qualitäten einbringen, weil die totale Erschöpfung von Innenverteidiger Brian Behrendt eine Viertelstunde vor dem Ende einen nicht eingeplanten Tausch erforderlich machte. Immerhin: Am Morgen nach dem Spiel nahm Behrendt am Auslaufen teil. Unter der Aufsicht von Jeff Saibene, dem es ebenfalls schon besser ging.

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