Blickt zuversichtlich in die Zukunft mit Arminia: Neuzugang Sven Schipplock vor dem Alpenpanorama am Hotel in Zell am See. - © Christian Weische
Blickt zuversichtlich in die Zukunft mit Arminia: Neuzugang Sven Schipplock vor dem Alpenpanorama am Hotel in Zell am See. | © Christian Weische

Zell am See Nach zwei Abstiegen - Schipplock will bei Arminia nach vorne schauen

Neuer Anlauf: Sven Schipplock hat zwei Abstiege hinter sich. In Bielefeld möchte der Stürmer an erfolgreichere Zeiten in Hoffenheim und Stuttgart anknüpfen. Von der großen Konkurrenz im Angriff will er profitieren

Philipp Kreutzer

Zell am See. Erst Rom und Mailand, später dann noch Kreta. Sven Schipplock ist im Frühsommer in den Flitterwochen mit seiner Maureen durchaus etwas herumgekommen. Abschalten war für ihn bitter nötig. Denn nachdem er 2017 mit Darmstadt 98 aus der Bundesliga abgestiegen war, ereilte ihn ein Jahr später mit dem Hamburger SV dasselbe Schicksal. Da fängt sogar manch sehr selbstbewusster Fußballprofi an zu zweifeln. Auch Schipplock. Nun aber sitzt der 29-Jährige frisch erholt im Hotel in Zell am See, wo die Arminia ihr Trainingslager abhält, und versichert: "Ich habe das abgehakt. Ich bin lange genug dabei, um einen Schnitt machen zu können und neu anzugreifen." Schipplock hat seine Zuversicht zurückgewonnen, weil er für sich eine realistische Chance sieht, bei Arminia an seine guten alten Zeiten anzuknüpfen. Die guten alten Zeiten spielten für ihn, den gebürtigen Reutlinger, in Stuttgart, wo er 2010/11 den Sprung aus der Reservemannschaft in das Bundesliga-Team schaffte. Genauso in Hoffenheim, wo ihm 16 seiner insgesamt 19 Erstliga-Treffer gelangen. Nicht aber beim Hamburger SV. "Das war ein Knick in meiner Karriere", sagt er rückblickend. Seiner ersten Saison 2015/16 ohne Bundesliga-Tor folgten die Ausleihe nach Darmstadt und Abstieg Nummer eins, nach der Rückkehr nach Hamburg Nummer zwei. »Es gab Tage, an denen ich sehr gestresst war« Sein Vertrag beim HSV wurde nicht verlängert, und Schipplock gibt zu, dass ihm die daraus resultierende Ungewissheit zusetzte: "Es gab Tage, an denen ich sehr gestresst war, denn so eine Situation hatte ich vorher noch nie." Umso glücklicher war er über die Anfrage aus Bielefeld - auch wenn er erst nachsehen musste, wo diese Stadt, in der er zuvor noch nie war, eigentlich liegt. Einem Telefonat Mitte Juni mit Sportchef Samir Arabi folgte ein Treffen mit Cheftrainer Jeff Saibene in Konstanz. Das überzeugte ihn total. "Das Menschliche und die Art, wie er Fußball spielen lassen will, haben den Ausschlag gegeben. Bei Bielefeld hatte ich das beste Gefühl", sagt er. Und so kam es, dass der 149-malige Bundesliga-Spieler beim DSC einen Drei-Jahres-Vertrag unterzeichnete. Andere Zweitligisten, von denen ebenfalls Anfragen vorlagen, erhielten Absagen. Schipplock ist froh, dass der ablösefreie Transfer frühzeitig genug zustande kam, um ins Trainingslager mitfahren zu können. Genau das war in den vergangenen beiden Jahren für ihn nicht der Fall und ist seiner Meinung nach auch eine Erklärung für die wenig zufriedenstellenden beiden Spielzeiten. In Bielefeld soll es nun aufwärts gehen. "Das Wichtigste für mich ist, ein Team zu haben, Vertrauen zu spüren und wieder Spaß zu haben", sagt Schipplock. »Ich weiß, wie man in schwierigen Phasen kühlen Kopf bewahrt« Er selbst könne der Mannschaft einiges geben: "Ich habe die Erfahrung aus einigen Abstiegskämpfen und glaube, dass ich weiß, wie man in schwierigen Phasen kühlen Kopf bewahrt." Etwas mehr als Abstiegskampf darf es mit Arminia aber auch für ihn gern sein. Einen einstelligen Tabellenplatz hält auch Schipplock für den Vierten der Vorsaison für realistisch. Die Grundlagen dafür legte die Mannschaft am Dienstag in einem anspruchsvollen Ausdauertest. "Schippo" zeigte eine auffällig starke Leistung. Das private Training nach dem Urlaub macht sich also schon bezahlt. "Es ist aber auch so, dass ich mich mit dem Laufen immer schon leichter tue als andere", erzählt er. Damit müsste er eigentlich sehr gut zur laufstärksten Mannschaft der vergangenen Zweitliga-Saison passen. Doch Schipplock weiß: Auch er besitzt keine Einsatzgarantie. Auch Andreas Voglsammer, Fabian Klos und Prince Osei Owusu haben die Stürmerplätze in Saibenes 4:4:2 im Blick. "Es wird ein sehr, sehr heißer Kampf", sagt Schipplock. Er erkennt darin aber auch für sich persönlich Positives: "Diese Situation pusht einen zusätzlich." Sven Schipplock würde gern gleich der Startelf angehören, und besonders gern würde er auch am dritten Spieltag von Beginn an auflaufen. Dann spielt Arminia beim HSV. Live dabei im Arminia-Trainingslager, der nw.de-Ticker:

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