Arminias Andreas Voglsammer setzt sich gegenden Kieler Rafael Czichos durch und köpft aufs Tor. - © Christian Weische
Arminias Andreas Voglsammer setzt sich gegenden Kieler Rafael Czichos durch und köpft aufs Tor. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld 1:1 - Kiel entführt einen Punkt von der Alm / Saibene verlängert

Der Luxemburger bleibt bis zum 30. Juni 2021 in Bielefeld. Grund sei die "sehr positive Entwicklung" des Vereins / Leistungsgerechtes Ergebnis


Bielefeld. Arminia Bielefeld hat sich in einem abwechslungsreichen und kampftbetonten Zweitligaspiel von Holstein Kiel mit 1:1 getrennt. Besonders in der zweiten Halbzeit hatten die Arminen viele hochkarätige Chancen und hätten sich den Sieg verdient. Vor dem Spiel gab der DSC bekannt, dass Trainer Jeff Saibene seinen 2019 auslaufenden Vertrag vorzeitig um zwei weitere Jahre verlängert hat. Jeff Saibene schickte dieselbe Startelf ins Rennen, die am vergangenen Spieltag bei Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf mit 2:4 verlor. Wie bereits in den vergangenen Wochen agierte der DSC im 4-1-4-1-System mit Andreas Voglsammer als einziger Spitze und Tom Schütz als Sechser vor der Abwehr. Die 20.150 Zuschauer sahen eine Anfangsphase, in der die Arminen gewillt waren, die Initiative zu ergreifen. Kapitän Börner sorgte nach einem ersten Vorstoß in der 3. Minute für den ersten - wenn auch ungefährlichen - Abschluss. Kerschbaumer machte es ihm einige Minuten später nach (15.), auf der Gegenseite setzte Torjäger Ducksch einen Schlenzer nach Vorarbeit von Drexler über das Gehäuse. Schindler antwortet Behrendt Nachdem Dick zunächst noch etwas zu hoch zielte (18.), donnerte Brian Behrendt den Ball zwei Minuten später mit einem Distanzschuss aus über 30 Metern ins linke Eck - 1:0! (20.). Die Arminen wollten nachlegen, ließen dabei jedoch die Defensive außer Acht. Zunächst konnte Ortega einen Linksschuss von Kiels Czichos nach einer Ecke noch über die Latte lenken (21.), wenig später ließ sich die Saibene-Elf nach einem Eckball klassisch auskontern. Die Störche spielten die Überzahlsituation gekonnt aus, Schindler vollendete schließlich zum Ausgleich (25.). In der Folge fielen auf Bielefelder Seite Staude (27.) und auf Kieler Seite Ducksch (31.) und Schindler (37.) noch durch Abschlüsse auf. Kurz vor der Pause schob Weilandt am langen Pfosten zur Gästeführung ein, stand dabei jedoch zum Unmut der Kieler im Abseits. In der Halbzeit brachte Saibene Fabian Klos für den glücklosen Leandro Putaro, sodass auf 4-4-2 mit zwei Spitzen umgestellt wurde. Die Arminen waren fortan eindeutig spielbestimmend. Voglsammer hatte zweimal die Führung auf dem Fuß (58.) beziehungsweise auf dem Kopf (56.). Auf der Gegenseite näherte sich Toptorjäger Ducksch zweimal der Führung an (57., 64.). Nach 70 Minuten musste Brian Behrendt verletzungsbedingt ausgewechselt werden, ihn ersetzte Henri Weigelt. Elfmeter nicht bekommen, Chancen nicht genutzt An der Dominanz der Saibene-Elf änderte das nichts, Kiel lauerte bis zum Schluss auf Konter. In der 74. Minute hatten die Zuschauer den Torschrei schon auf den Lippen, als der starke Klos nach Ecke von Schütz einen Kopfball denkbar knapp neben das Tor setzte. Zehn Minuten vor Schluss wurde Voglsammer in einer Schussbewegung von Kiels Czichos im Strafraum rüde umgegrätscht. Ein elfmeterwürdiges Foul, das zudem einen Platzverweis nach sich gezogen hätte. Großes Pech, da Voglsammer anschließend sogar verletzt ausgewechselt werden musste. Kiels Kinsombi hatte wenig später den Siegtreffer auf dem Fuß, schob die Kugel aus zehn Metern jedoch am rechten Pfosten vorbei (88.). Am Ende steht ein leistungsgerechtes Ergebnis in einem Spiel, das die Arminen durchaus hätten gewinnen können. Mit Kerschbaumer und Börner (fünfte gelbe Karte) sowie Behrendt und Voglsammer drohen gleich vier Stammspieler für das Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt auszufallen. Laut Saibene verletzte sich Behrendt am Innenband des Knies, Voglsammer dürfte mit einer eher harmlosen Schien- und Wadenbeinprellung davon gekommen sein. Saibene bleibt Saibene, der als erster luxemburgischer Fußballlehrer im deutschen Profifußball im März 2017 vom FC Thun zum DSC wechselte, führte Arminia in der Schlussphase der Saison 2016/2017 erfolgreich zum Klassenerhalt. "Diese positive Entwicklung wollen Jeff Saibene und die DSC-Verantwortlichen fortsetzen", heißt es vom Verein. Beide Seiten einigten sich im Vorfeld des Heimspiels gegen Holstein Kiel auf eine Vertragsverlängerung bis zum 30. Juni 2021. „Ich habe immer betont, dass ich mich in Bielefeld sehr wohl fühle. In sehr kurzer Zeit habe ich den Club, sein Umfeld, sein Stadion und seine tollen Fans zu schätzen gelernt", wird Saibene zitiert. "Die Zusammenarbeit mit meinem Trainerteam ist hervorragend. Ich bin gerne hier und danke der Geschäftsführung für diesen Vertrauensbeweis. Gemeinsam können wir beim DSC Arminia noch viel bewegen. Es liegen spannende Herausforderungen vor uns." Arabi: "Sehr positive Entwicklung" Samir Arabi, Geschäftsführer Sport beim DSC: „Wir haben in dem letzten Jahr unter Jeff Saibene eine sehr positive Entwicklung genommen. Jeff hat die Mannschaft in der vergangenen Saison aus einer schwierigen sportlichen Situation befreien können und sie über den Klassenerhalt hinaus weiter entwickelt. Seine Geradlinigkeit, sein Mut und seine Vorstellungen passen sehr gut zur Fußball-Philosophie von Arminia Bielefeld. Wir sind davon überzeugt, dass es sehr wichtig ist auf der Position des Cheftrainers Kontinuität zu haben, um den Stabilisierungsprozess weiter fortzusetzen und immer wieder eigene Talente in den Profikader zu integrieren. Deshalb sind wir sehr froh, dass uns diese vorzeitige Vertragsverlängerung gelungen ist."

realisiert durch evolver group