Weitere positive Signale aus der heimischen Wirtschaft für die Arminia. - © Christian Weische
Weitere positive Signale aus der heimischen Wirtschaft für die Arminia. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Oetker soll Manager in Arminias Aufsichtsrat schicken

Mathias Gerner könnte den Platz von David Frink einnehmen. Aufsichtsratschef Ostrowski ist zum Weitermachen bereit. Das Bündnis Ostwestfalen setzt auf Bescheidenheit und Erfolg

Martin Krause
Peter Burkamp

Bielefeld. Ein weiteres starkes Signal aus der Wirtschaft für die Sanierung des Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld: Die Dr. Oetker KG ist bereit, einen Manager in den Wirtschaftsrat des Vereins und damit zugleich in den Aufsichtsrat der DSC Arminia KGaA zu entsenden. Dem Vernehmen nach stellt sich Mathias Gerner, der im Oetker-Konzern die Hauptabteilungen für Steuern und Finanzen leitet, den Vereinsmitgliedern bei der Hauptversammlung am 28. Januar zur Wahl. Gerner, der auch Vorsitzender des Finanz- und Steuerausschusses der IHK Bielefeld ist, soll für das „Bündnis Ostwestfalen" in die Vereinsgremien einziehen. Er übernähme den Platz, der durch das Ausscheiden von David Frink frei wird: Frink war seit 2009 im Vorstand der Gerry Weber AG und kam 2011 in Arminias Aufsichtsrat. Er galt dort als Interessenvertreter von Gerhard Weber – immerhin hatte „das Haus Weber" fast ein Drittel des Aktienkapitals der Profifußball-Gesellschaft DSC Arminia KGaA erworben. Im November 2017 ist Frink aber als Vorstand bei dem Modekonzern ausgeschieden, und wie berichtet will Gerhard Weber jetzt auch sein finanzielles Engagement bei Arminia beenden. Die anderen Mitglieder des Wirtschafts- und Aufsichtsrates sind offenbar bereit, weiter für Arminia am Ball zu bleiben. Das trifft dem Vernehmen nach auch auf Hartmut Ostrowski zu, den Aufsichtsrats-Chef. Der Unternehmer zeigt sich sehr zufrieden über das Sanierungskonzept und lobt die Arbeit des neuen Finanz-Geschäftsführers Markus Rejek. Ostrowski selbst hatte Mitte 2017 in Kassel auch das erste Gespräch mit Rejek geführt – es war der erste Schritt auf dem Weg zur Aufdeckung der Vereins-Schieflage Ende 2017 und zum Neustart. Zu ambitionierte Etatplanung Während Gerhard Weber öffentlich eine mangelhafte Kontrolle durch den Aufsichtsrat rügte, heißt es aus Aufsichtsratskreisen, man sei fehlerhaft über die wirtschaftliche Lage informiert worden. Wie berichtet war ALM-KG-Chef Gerrit Meinke Ende 2017 abgelöst worden. Rejek stellte nun fest, die Etat-Lücke von 4,6 Millionen Euro zum 31.Dezember 2017 habe aus einem 2,5-Millionen-Defizit aus der Vorsaison und einem Minus von 2,1 Millionen aus der ersten Saisonhälfte resultiert. Die Planung habe „sehr optimistische Erlöse" und „ambitionierte Einsparungen" vorgesehen, die „nicht den Tatsachen entsprochen haben". Zuschauereinnahmen und Merchandising-Erlöse sollen aber besser als erwartet sein. Spekuliert wird, dass im Lizenzantrag Transfererlöse angegeben waren, die nicht realisiert wurden. Zufriedenheit mit dem Sanierungskurs signalisiert auch das „Bündnis Ostwestfalen", in dem sich bisher elf Unternehmen zur Unterstützung von Arminia zusammengetan haben. Das Ziel sei es, die Last auf viele Schultern zu verteilen – eine bundesweit einmalige Allianz. Wenn der Verein „bescheiden, zurückhaltend und erfolgreich" auftrete, passe er zur mittelständischen Industrie in der Region und könne „ein Aushängeschild" und „ein Leuchtturm" für OWL sein, sagt ein Beteiligter. Zugleich betonte er, dass das Firmenbündnis sich nicht ins Tagesgeschäft einmischen wolle.

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