Die Arminia-Fanshoffen auf eine Sanierung ihres finanziell angeschlagenen Vereins. - © Christian Weische
Die Arminia-Fanshoffen auf eine Sanierung ihres finanziell angeschlagenen Vereins. | © Christian Weische

Bielefeld Breite Unterstützung für Arminia-Rettungspaket

Ziel ist ein Schuldenschnitt von bis zu 80 Prozent. Sponsoren, Banken, das Land NRW und die Stadt Bielefeld verhandeln intensiv über eine Gesamtlösung.

Jörg Rinne
Jörg Fritz

Joachim Uthmann

Stefan Schelp

Bielefeld. Der Rettungsplan für den finanziell angeschlagenen Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld stößt auf positive Resonanz. Wie die Neue Westfälische exklusiv berichtete, wollen namhafte heimische Unternehmer mit einem „Bündnis Ostwestfalen" eine Sanierung des mit 22,4 Millionen Euro verschuldeten Klubs erreichen. Ziel ist ein Schuldenschnitt von bis zu 80 Prozent. Sponsoren, Banken, das Land NRW und die Stadt Bielefeld verhandeln intensiv über eine Gesamtlösung. Gerhard Weber, Modeunternehmer aus Halle und nach Informationen der Neuen Westfälischen zusammen mit Vertretern aus dem Oetker-Konzern Initiator des Bündnisses, zeigte sich erfreut über die breite Resonanz. „Das ist schön, nur müssen noch einige Unternehmen mehr ins Boot kommen", sagte der 76-Jährige unmittelbar vor seinem Flug von Mallorca nach Ostwestfalen. „Nur mit uns beiden wird es nicht funktionieren." Auf NW-Anfrage wollte ein Oetker-Sprecher keine Stellung beziehen. Aus dem Umfeld der Gauselmann-Gruppe in Espelkamp gibt es bereits positive Signale. Finanzielle Ungereimtheiten Weber wird in der Angelegenheit „Arminia Bielefeld" einige Gespräche führen und heute wieder nach Mallorca zurückkehren. Der Unternehmer wundert sich, dass bei Arminia Bielefeld immer wieder finanzielle Ungereimtheiten entstehen. „Es müssen dringend neue Leute eingesetzt werden, die ihr Handwerk verstehen." Vom neuen Finanzgeschäftsführer der Arminen, Markus Rejek, („Er hat mich schon zu einem langen Gespräch auf Mallorca besucht"), habe er einen guten Eindruck gewonnen. Rejek ließ am Abend verlauten: „Seit geraumer Zeit arbeiten wir intensiv daran, die Arminia-Gruppe finanzwirtschaftlich neu zu strukturieren, und sind innerhalb dieses Prozesses auch auf die Unterstützung anderer angewiesen. Wir können bestätigen, dass wir mit Vertretern namhafter Unternehmen aus Ostwestfalen aktuell sehr konstruktive Gespräche führen." Details wolle er aber nicht öffentlich kommentieren. Arminia Bielefeld ist für Weber eine Herzensangelegenheit. „Es kann aber nicht sein, dass wir aus Halle alles machen. Wir als Modeunternehmen haben durch Arminia keinen Vorteil." Sein Sohn Ralf, Vorstandsvorsitzender der Gerry Weber International AG, habe seit geraumer Zeit die Gesprächsführung mit den Sponsoren und Gremienvertretern übernommen. „Ralf ist bei allen Sitzungen dabei." Gerhard Webers Fazit: „Wenn neues Geld fließen soll, möchte ich wissen, wo es bleibt." Stadt zeigt sich gesprächsbereit Bei der Stadt Bielefeld wächst über alle Parteigrenzen hinweg die Bereitschaft, die Verpflichtungen aus einer alten Bürgschaft für den Stadionausbau zu übernehmen. Es handelt sich dabei um eine Summe von 360.000 Euro. Im Fall einer Insolvenz von Arminia Bielefeld hätte die Stadt einen Verlust von bis zu drei Millionen Euro zu beklagen und zudem die Verkehrssicherungspflicht für ein nicht genutztes Stadion.

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