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Verurteilt: Der ehemalige Arminia-Funktionär Alexander Geilhaupt muss zwei Jahre ins Gefängnis. - © Archivfoto: Andreas Frücht
Verurteilt: Der ehemalige Arminia-Funktionär Alexander Geilhaupt muss zwei Jahre ins Gefängnis. | © Archivfoto: Andreas Frücht

Bielefeld Ex-Arminia-Funktionär Geilhaupt zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt

Hinter Gittern: Arminias früherer Verwaltungsratsvorsitzender gesteht Betrug, Beihilfe zum Betrug und Urkundenfälschung in mehr als 30 Fällen. Urteil zur Gesamtstrafe ohne Bewährung rechtskräftig

Dennis Rother
07.08.2017 | Stand 07.08.2017, 15:35 Uhr

Bielefeld. Arminias ehemaliger Verwaltungsratsvorsitzender Alexander Geilhaupt muss wegen Betrugs im Internet zwei Jahre ins Gefängnis. Der 45-Jährige wurde vom Amtsgericht Hechingen in Baden-Württemberg jetzt zur Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt. Betrug sowie Beihilfe zum Betrug und Beihilfe zu versuchtem Betrug jeweils in Tateinheit mit Urkundenfälschung hatte die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten vorgeworfen. Geilhaupt legte bei der Hauptverhandlung ein umfassendes Geständnis ab, so Staatsanwaltschaftssprecher Markus Engel und Verteidiger Carsten Kühn. Es sei um mehr als 30 Fälle gegangen, so Engel. Das Urteil sei bereits rechtskräftig, der ehemalige Fußballfunktionär sitze hinter Gittern. Laut Engel berichtete Geilhaupt, dass er mit dem eingenommen Geld seinen Lebensunterhalt bestritt. „Schicksalshafte Begegnungen" in seinem Umfeld hätten nach eigenen Aussagen zu den Taten geführt. Verteidiger Carsten Kühn sprach von einer "Lebenskrise" Geilhaupts zum Zeitpunkt des Betrugs ab Ende 2015. "Die Untersuchungshaft seit Februar hat meinen Mandanten sehr mitgenommen." Durch die Betrügereien habe Geilhaupt 6.000 bis 7.000 Euro kassiert. Wie berichtet, war Geilhaupt zum Zeitpunkt seiner Festnahme Ende Februar von bundesweit 31 Staatsanwaltschaften gesucht worden. Die Polizei griff ihn auf der Autobahn bei Bayreuth auf, er kam in Hechingen in einer JVA-Außenstelle in Untersuchungshaft. Ermittler bündelten die Verfahren gegen Geilhaupt, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Markus Engel jetzt. Streit mit dem Arminia-Präsidium Geilhaupt wurde damals wegen Betrugs bundesweit gesucht. Auf Webseiten, die auf seinen Namen liefen, konnten Kunden etwa Unterhaltungselektronik bestellen. Geilhaupt war als Geschäftsführer eingetragen. Geld wurde nach Spanien überwiesen, Ware schließlich aber nicht geliefert. Erste Beschwerden gab es im Internet bereits im Jahr 2015, Anzeigen folgten, Ermittlungen kamen ins Rollen. Laut Oberstaatsanwalt Jens Gruhl hatte Geilhaupt bei der Festnahme Anfang des Jahres keinen festen Wohnsitz. Seinen Audi-Leihwagen hatte er beim Vermieter nicht zum vereinbarten Termin zurückgebracht. Geilhaupt war eine schillernde Figur in unruhiger Zeit nach dem Arminia-Abstieg aus der Bundesliga 2009. Den Klub plagten Finanzprobleme. 2010 wurde der damals geschäftsführende Gesellschafter einer Software-Firma aus Berlin, der sich selbst als Exil-Bielefelder bezeichnet, zum Vorsitzenden des DSC-Verwaltungsrats gewählt. Verein bestätigt Finanzprobleme Das Gremium sowie das damalige Präsidium unter dem Vorsitzenden Wolfgang Brinkmann – damals Stadtwerke-Chef – lagen allerdings schnell im Clinch. 2011 gab es bereits einen Antrag, Geilhaupt aus dem Verein auszuschließen. Per Stellungnahme bestätigte der Verein, dass Geilhaupt Probleme mit dem Finanzamt habe. Es gebe eine Pfändungsanzeige. Geilhaupt widersprach. Nach einer Satzungsänderung des Vereins scheiterte er dann aber mit einer Kandidatur für den neu installierten Wirtschaftsrat. Seit 2013 gehört er dem DSC als Mitglied nicht mehr an.

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