Im Gespräch: Als Videoanalyst und Vorbereiter auf die nächsten Gegner tauschen sich Philipp Heithölter (l.) und Trainer Jeff Saibene regelmäßig aus. - © Christian Weische
Im Gespräch: Als Videoanalyst und Vorbereiter auf die nächsten Gegner tauschen sich Philipp Heithölter (l.) und Trainer Jeff Saibene regelmäßig aus. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Heithölter ist der Gegner-Experte in Arminias Trainerteam

Der Bielefelder und Paderborner Ex-Profi gehört zum Team der Coaches unter Saibene und arbeitet als Videoanalyst. Aus dem Trainingslager in Österreich fährt er zu Vorbereitungsspielen der Konkurrenz und sammelt erste Eindrücke

Peter Burkamp

Kaprun. Philipp Heithölter ist mit dem Dienstwagen nach Österreich gereist. Er nutzt die Zeit der Vorbereitungsspiele, um die Konkurrenz aus der 2. Liga erstmalig in neuer Zusammensetzung zu beobachten. Düsseldorf weilt in der Gegend, und nach Regensburg, dem ersten Gegner, ist es aus dem Salzburger Land auch näher als aus Bielefeld. Der Bielefelder und Paderborner Ex-Profi ist Videoanalyst und Scout beim DSC. Seit dem 1. Februar gehört er als Festangestellter offiziell zum Trainerteam. Vorher hat der 34-Jährige eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement und Kommunikation absolviert, die ihm die Berufsgenossenschaft finanziert hat. Nach einem Kreuzbandriss im linken Knie war für den Mittelfeldspieler 2012 Schluss mit der aktiven Laufbahn. Damals kam die Idee auf, im Scouting- und Analysebereich zu arbeiten. An seinen ersten Auftrag erinnert sich Heithölter gern zurück, denn der war spektakulär. "Für mich war klar: da muss ich hin"  „Leverkusen, unser Erstrundengegner im Pokal, spielte bei Manchester United in der Champions League. Für mich war klar: Da muss ich hin, und wenn ich es selbst zahle." In feinem Zwirn, die Kleiderordnung bei ManU forderte von den Herren einen Anzug, verfolgte er das Spiel und traf nebenbei noch Trainer Sir Alex Ferguson. Seitdem hat sich Heithölters Aufgabenbereich immer mehr erweitert. Hauptbestandteil ist die Einstimmung auf den nächsten Gegner. „Ich schneide einige Szenen, die mir wichtig sind, zusammen und stelle sie der Mannschaft dann vor", erzählt er. Da geht es dann um den Spielaufbau oder Standardsituationen des Kontrahenten, oder wie jener sich nach Balleroberung verhält. Manchmal interessiert auch das Verhalten einzelner Spieler. Ähnlich verläuft die Nachbetrachtung. Auf die Hinweise des Chefcoaches oder der anderen Trainer sucht er markante Szenen heraus, anhand derer den Spielern vermittelt wird, was sie gut oder schlecht gemacht haben. „Wir versuchen die letzten beiden Spiele unserer kommenden Gegner live gesehen zu haben", sagt Heithölter. Tribünensitzer und Notizenmacher Wenn es möglich ist, schaut der Trainer auch selbst, sonst wird die Aufgabe innerhalb des Scoutingteams verteilt. Bei den eigenen Spielen sitzt Heithölter auf der Tribüne und macht sich Notizen. In der Pause eilt er dann zum Trainerteam, um mögliche Korrekturen zu besprechen. „Von oben hat man einfach eine ganz andere Sicht", erklärt Heithölter. Ist er nicht live vor Ort, arbeitet er mit Aufzeichnungen. Die DFL stellt Mitschnitte aller Partien zur Verfügung. In der Totale. „Da hat man das Verhalten der ganzen Mannschaft im Blick", betont er. Darüber hinaus benutzt er auch andere Scoutingprogramme, die zusätzliche Daten liefern. „Man muss natürlich schauen, was bei dem ganzen Datenwust überhaupt brauchbar für uns ist", sagt Heithölter. Die Arbeit macht ihm auf jeden Fall viel Spaß. Gespannt ist er darauf, wie sich der Fußball durch weitere Analysen entwickeln könnte. Aufwendig ist der Job allerdings auch. Die Gattin und seine drei Kinder sieht er seltener als ihm lieb ist bei einem Fahrtaufwand von rund 80.000 Kilometern im Jahr. Lesen Sie alle Neuigkeiten aus dem Trainingslager in unserem Live-Ticker:

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