Arminen-Mitarbeiter des Tages: Reinhold Yabo steuerte drei Tore zum Supersieg bei. Trainer Jeff Saibene gratuliert ihm. - © Christian Weische
Arminen-Mitarbeiter des Tages: Reinhold Yabo steuerte drei Tore zum Supersieg bei. Trainer Jeff Saibene gratuliert ihm. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Arminia schafft gegen Braunschweig einen Sieg mit sechs Ausrufzeichen

Der abstiegsgefährdete Zweitligist schöpft durch das sensationelle 6:0 noch viel mehr Hoffnung auf den Klassenerhalt. Gegen Dresden ist die Rettung jetzt aus eigener Kraft möglich

Bielefeld. Es hatte etwas Irreales. Arminia 6, Braunschweig 0 – beim Blick auf die Anzeigetafel schüttelten viele Arminia-Fans ungläubig den Kopf: Optimisten hatten vielleicht mit einem knappen Sieg gerechnet, niemand aber mit einem halben Dutzend Tore des Ligavorletzten gegen den Erstliga-Aufstiegsanwärter (der Liveticker zum Nachlesen). „Oh, wie ist das schön", skandierten die Bielefelder Fans, denen die Hoffnung auf den Klassenerhalt bei jedem Ton anzumerken war. Der Sieg katapultierte den DSC auf Rang 13. Angesichts der schlechten Aussichten der Würzburger am letzten Spieltag in Stuttgart, dürfen die Bielefelder mit der Relegation rechnen. Doch sie wollen mehr. „Das war ein großer Schritt nach vorn. Jetzt haben wir es in der eigenen Hand, am nächsten Sonntag alles klar zu machen", sagte Reinhold Yabo, der mit drei Toren in der zweiten Halbzeit seine Klasse unterstrich. Ein Sieg in Dresden – das ist das Ziel, auf das die DSC-Profis in dieser Woche hinarbeiten. Keine Spur von Überheblichkeit Schon eine halbe Stunde nach dem Abpfiff wirkten die Arminen wieder genau so fokussiert, wie sie es vor dem wichtigen letzten Heimspiel gewesen waren. Keine Spur von Überheblichkeit. „Wir haben nur den ersten Schritt getan. Das Ergebnis ist nur eine Randnotiz. Nächste Woche in Dresden zählt es", sagte Tom Schütz. Dass diese Bielefelder Mannschaft in der Lage ist, auch in Dresden zu gewinnen, demonstrierte sie eindrucksvoll. „Es war perfekt – von der ersten bis zur letzten Spielminute", sagte Jeff Saibene. Der Trainer sah eine Mannschaft, die kämpferisch dem Gegner gleich zu Beginn der Partie den Schneid abkaufte. Die Gastgeber gaben keinen Ball verloren und hatten in der 13. Spielminute auch mal das Glück, „dass wir zuletzt nicht immer hatten", meinte Tom Schütz. Nach einem schönen Solo von Keanu Staude bugsierte der Braunschweiger Jan Hochscheidt den Ball ins eigene Tor. Beflügelt von der Führung drängte der DSC weiter und nutzte gleich die nächste Chance zum 2:0. Beispielhaft war der Einsatz von Andreas Voglsammer an dieser Stelle: Florian Hartherz hatte den Ball schon verloren gegeben, doch Voglsammer rettete den Ball kurz vor dem Toraus, nahm ihn an und legte ihn für Julian Börner auf. Routiniert brachten die Gastgeber die Führung in die Pause. „Wir haben aus dem Bochumspiel gelernt. Letzte Woche haben wir nachgelassen und standen nicht mehr weit genug vorn, diesmal haben wir es viel besser gemacht", erklärte Florian Hartherz, warum der Gegner diesmal keinen Aufwind bekam. Arminia demontierte desolate Braunschweiger Mit dem dritten Tor, nach einem Bilderbuchkonter über Börner Hemlein und zuletzt Yabo, war die Partie gelaufen und selbst Uli Zwetz, legendärer DSC-Reporter von Radio Bielefeld, glaubte an einen Erfolg. Nochmal Yabo, dann Keanu Staude mit einem tollen Treffer und zum Schluss wieder Yabo – Arminia demontierte desolate Braunschweiger. Und die Fans hatten ihren Spaß, als zwei Kinder im Minikickeralter weitere Tore vor der Südtribüne schossen, als ihre Väter auf dem Platz mit den Fans feierten. „Das war einfach nur top, top, top. Dieser Erfolg gibt uns Selbstvertrauen und einen enormen Schub für das Spiel in Dresden", strahlte Hartherz Zuversicht aus.

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