Zeigt Emotionen: Arminias Trainer Jeff Saibene feierte den ersten Sieg unter seiner Regie. - © Christian Weische
Zeigt Emotionen: Arminias Trainer Jeff Saibene feierte den ersten Sieg unter seiner Regie. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Mutiger Auftritt der Arminen erfreut Coach Saibene

Aggressiv attackierende Bielefelder lassen Düsseldorf beim 2:1 keinen Raum für Konter. Saibene sieht seine Vorstellung zum Teil schon umgesetzt

Bielefeld. Jeff Saibene hatte schon den Arm um seinen Co-Trainer Carsten Rump gelegt, als dann der Schlusspfiff ertönte, brach die Erleichterung und Freude über den knappen, aber verdienten 2:1-Sieg über Düsseldorf aus Spielern, Trainern, Funktionären und Fans heraus. Der Dreier gegen Fortuna bringt Arminia im Abstiegsrennen ein bisschen weiter. Nach dem Auer 1:0-Sieg am gestrigen Abend bei Union Berlin nimmt Arminia Relegationsrang 16 ein. Über den Kampf ins Spiel finden - die klassische Formel für erfolgreichen Fußball hört sich so einfach an und ist offenbar doch so schwer umzusetzen. Arminias um ihre Zweitligaexistenz spielenden Profis haben gegen Düsseldorf einmal mehr erfahren, dass Einsatz und Zweikampfstärke die Basis bilden müssen, um zu gewinnen. Endlich, ist man fast schon geneigt zu sagen, hat die Mannschaft ihren verbalen Willensbekundungen im Vorfeld auch mal wieder Taten folgen lassen. "Es hat nicht alles geklappt", sagte Tom Schütz und meinte das Spielerische. In puncto gesunder Aggressivität brauchten sich die Gastgeber jedoch nichts vorwerfen zu lassen. Fünf Gelbe Karten und ein Plus in der Foulbilanz spiegeln eine kompromisslose Arbeitseinstellung, ohne dabei grob unfair agiert zu haben. Bielefelder hatten offenbar den Ernst der Lage begriffen Christoph Hemlein, nach seiner Auswechslung wie ein Irrwisch bei jeder Aktion seiner Mannschaft von der Bank aufspringend und wild gestikulierend, kassierte sogar eine Verwarnung, als er längst nicht mehr aktiv auf dem Platz stand. Die in Nürnberg und Würzburg viel zu brav aufgetretenen Arminen setzten die Düsseldorfer so unter Druck, dass diese in den ersten 35 Minuten kaum zur Entfaltung kamen. "Das sah alles sehr, sehr hektisch bei uns aus. Wir haben überhaupt keinen Spielaufbau hinbekommen. Das waren 90 schlechte Minuten", räumte Fortunas Rouwen Hennings nach dem Spiel kleinlaut ein. Grund für die schwache Vorstellung der Fortunen war ihr Gegner. Die Bielefelder Spieler, die auf dem Platz standen, hatten offenbar den Ernst der Lage begriffen. "Alle haben aggressiv gespielt. Jeder ist für den anderen gelaufen", sagte Manuel Prietl. Jeff Saibene zeigte sich zufrieden. "Das kam dem Fußball, wie ich ihn mir vorstelle, schon sehr nahe", sagte der DSC-Trainer. Noch am Samstag hatte er sein Team schonungslos kritisiert. "Unbedingt weiter so hoch angreifen" Diesmal gab es ein Lob für eine gute Mentalität. "Hoch verteidigen und den Gegner unter Druck setzen" (Saibene) sollte die Mannschaft. Auch auf die Gefahr hin, dass es zu Kontern kommen könnte. "Mir ist es lieber, dass passiert ein bis zwei Mal, als dass wir zu passiv sind und 10 bis 15 Mal in Bedrängnis kommen. Ich habe dem Team gesagt, wenn dann etwas passiert, nehme ich das auf meine Kappe, aber sie sollen unbedingt weiter so hoch angreifen", erzählte Saibene. Um auch auswärts erfolgreich zu sein, müsse die Mannschaft am Freitag in Sandhausen ganz genau so, nämlich "wie zu Hause" spielen. "Mit dieser Mentalität und diesem Mut", können wir erfolgreich sein, so der Trainer. Nach dem 1:1 des Karlsruher SC gegen die Würzburger Kickers wurde KSC-Trainer Mirko Slomka entlassen. Neuer Chefcoach ist Marc-Patrick Meister (36), der bereits unter Slomka als Co-Trainer arbeitete.

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