Aufgebracht: Arminias Trainer Jeff Saibene machte seinem Unmut schon während des Spiels Luft - und danach. - © Wolfgang Rudolf
Aufgebracht: Arminias Trainer Jeff Saibene machte seinem Unmut schon während des Spiels Luft - und danach. | © Wolfgang Rudolf

Arminia Arminias Trainer Jeff Saibene nennt Leistung gegen Würzburg "ungenügend"

Trainer Jeff Saibene stellt seinen Spielern beim 1:1 in Würzburg ein schlechtes Zeugnis in spielerischer und kämpferischer Hinsicht aus. „Ich werde nichts schönreden“

Würzburg. Die Bewertung eines Fußballspiels fällt in der Regel höchst unterschiedlich aus. Diese Erkenntnis besaß auch am Samstagnachmittag Gültigkeit, als Arminia Bielefeld nach einer Spielzeit von 96 Minuten ein 1:1 (1:0) beim Aufsteiger Würzburger Kickers mit viel Glück erzielte. 1.463 mitgereiste Fans aus Ostwestfalen pfiffen. Sie waren mit den Leistungen der DSC-Spieler nicht zufrieden, die erneut auswärts keinen Sieg landeten und daher seit einem Jahr gern gesehene Gäste auf fremden Plätzen sind. Mit 24 Punkten liegen die Arminen nach dem 26. Spieltag auf dem direkten Abstiegsplatz 17. Mannschaftskapitän Fabian Klos diskutierte nach dem Abpfiff mit einigen Fans, da ihm die negativen Reaktionen sauer aufgestoßen waren. „Eine andere Handlungsweise wäre wünschenswert gewesen“, meinte der Kapitän. „Man muss sich das Glück, das wir hatten, auch hart erarbeiten. Darüber sollten wir uns freuen können.“ Klos verteidigte sich und seine Mitspieler. „In der zweiten Halbzeit haben wir das Herz in die Hand genommen und alles versucht.“ Das Fachblatt Kicker kam zu einer anderen Einschätzung. „Arminia lieferte auch nach der Pause einen faden Auftritt in der Offensive ab. Die Zuschauer bekamen nur Mittelfeldgeplänkel zu sehen.“ In der Tat sind die Arminen gegen die Kickers, die bereits in der 17. Minute durch Rico Benatelli in Führung gingen, von Glücksgöttin Fortuna arg verwöhnt worden. In der ersten Minute der Nachspielzeit sorgte Würzburgs Innenverteidiger Junior Diaz durch ein Pannen-Eigentor für den schmeichelhaften Ausgleich aus Sicht der Gäste. In den Minuten zuvor zeigten die Bielefelder eine Leistung, die in vielen Phasen Zweitligaansprüchen nicht entsprach. „Für mehr als ein Remis waren wir einfach zu schlecht“, meinte Mittelfeldspieler Tom Schütz, der neben Rückkehrer Florian Dick und Torhüter Daniel Davari zu den besseren Arminen gehörte. „Wir haben viele Bälle zu schnell hergeschenkt.“ Fabian Klos bemängelte das schlechte Zweikampfverhalten vor allem in der ersten Halbzeit. Allerdings räumte er dem späten Tor eine wichtige Bedeutung ein. „Es war wichtig für den Kopf. Man hat gesehen, dass alle wollten.“"Die Mannschaft wollte, aber man kann noch mehr wollen" Diese Einschätzung wollte Arminias neuer Trainer Jeff Saibene nach seinem Premierenspiel nicht zu 100 Prozent teilen. „Die Mannschaft wollte“, meinte der gebürtige Luxemburger. „Aber man kann noch mehr wollen.“ Seine Bewertung des Spiels fiel sehr drastisch, aber realistisch aus. „Die Leistung war ungenügend. Wir haben spielerisch und kämpferisch viel zu wenig gezeigt“, setzte Saibene schmerzhafte Nadelstiche. „Ich werde nichts schönreden“, legte ein enttäuschter Coach nach. „Ich hatte mehr erwartet. Abläufe, die im Training noch gut funktionierten, konnten wir nicht auf dem Platz zeigen. Das einzig Positive war der Punktgewinn. Er könnte noch wichtig werden.“ Zu ängstlich im Aufbauspiel, zu zögerlich in den Zweikämpfen, eine zu hohe Fehlerquote bei den Pässen – Arminias Mängelliste beinhaltete jene Bereiche des Fußballs, die als Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Spiel gelten. Daher ist Saibenes Forderung an seine Mannschaft ein deutlicher Hinweis auf die Zeichen der Zeit. Es ist eine Minute vor Zwölf. „Wenn wir uns retten wollen, müssen wir in allen Bereichen zulegen“, meinte Saibene. Für dieses Projekt hat der Luxemburger nicht viel Zeit. Am Dienstagabend gastiert Fortuna Düsseldorf um 17.30 Uhr in der Schüco-Arena.

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