Arminia Klos ist „zum Kotzen“ zumute

Der Kapitän ist über das Defensivverhalten entsetzt / Linksverteidiger Schuppan kann die schlechte Abwehrleistung nicht erklären

Berlin. Sebastian Schuppan stand regungslos vor den Kabinen und verfolgte die Wiederholungen der Berliner Tore an einem Bildschirm. Sein Blick war leer. Dass die Berliner derart dominant hatten sein können, vermochte er nicht zu begreifen. Noch weniger war er in der Lage, die schlechte Abwehrleistung der eigenen Mannschaft zu erklären. „Wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn es nach einer halben Stunde 0:3 gestanden hätte. Union war gut, wir waren schlecht. In den Zweikämpfen waren wir einfach zu weit weg." Bis auf die Schlussminuten der ersten und eine knappe Viertelstunde zu Beginn der zweiten Halbzeit, in der die Bielefelder dem Gegner ein offenes Spiel bieten konnten, rannten sie den Berlinern hinterher. Fabian Klos schien nach dem Spiel zu müde und frustriert, um laut loszupoltern. Ihm war angesichts der drei Gegentore und einigen anderen Defensivszenen „nur noch zum Kotzen zumute". Er sei es leid, nach jedem zweiten Spiel, dasselbe Lied anzustimmen. „Wir haben in der Pause klar angesprochen, dass wir, wenn wir so weiter verteidigen, nie was gewinnen können. Deshalb ist der Sieg für Union auch total verdient." Fahrlässig und inkonsequent habe Arminia verteidigt. „Da fehlte dieses ,ich will das Tor hundertprozentig verhindern’, das wir gegen 1860 München gezeigt haben", haderte Klos. Der Mannschaftskapitän wirkte beinahe verzweifelt: „Jeder einzelne muss sich hinterfragen, ob er alles gegeben hat."

realisiert durch evolver group