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Die Fans des VfL Bochum wollten in Bielefeld vor allem durch Rauchschwaden auffallen. Sie zündeten sowohl im Bahnhof als auch im Stadion Rauchtöpfe und Polenböller. - © Christian Weische
Die Fans des VfL Bochum wollten in Bielefeld vor allem durch Rauchschwaden auffallen. Sie zündeten sowohl im Bahnhof als auch im Stadion Rauchtöpfe und Polenböller. | © Christian Weische

Bielefeld Bochumfans zünden im Stadion und am Hauptbahnhof Polenböller und Rauchtöpfe

Hochrisikospiel: Spezialeinsatzkräfte der Bundespolizei stellen weitere Pyrotechnik sicher. Arminia-Fan will Bochum-Fahne stehlen und verletzt Ordner

Jens Reichenbach
04.12.2016 | Stand 04.12.2016, 17:50 Uhr

Bielefeld. Großaufgebot der Polizei am Bielefelder Hauptbahnhof: Die Erzrivalen aus Bochum waren zum Zweitligaspiel gegen Arminia Bielefeld angereist. Für die Polizei ein Hochrisikospiel. Und sie hatten alle Hände voll zu tun. Zwar sprach die Polizei tatsächlich von einer überwiegend friedlichen Anreise der rund 850 VfL-Fans, die per Bahn nach Bielefeld gekommen waren. Dennoch wurden während der Ankunft im Hauptbahnhof verschiedene Polenböller und Rauchtöpfe gezündet - sowohl auf dem Bahnsteig als auch im Gleisbett. "Glücklicherweise wurde hierbei niemand verletzt", heißt es von der Bundespolizei, die nun ihrerseits mit Spezialkräften in dem Zusatzzug, der mit 700 Fans besetzt war, vorging. Dabei stellten die Beamten weitere Pyrotechnik sicher. Einige der daraufhin renitenten Bochum-Fans handelten sich dabei Platzverweise ein, hieß es. Im Stadion ging es dann genauso weiter. Plötzlich waberte eine riesige blaue-weiße Rauchwolke über dem Gästeblock. Nach Angaben von Polizeisprecher Achim Ridder seien zu Beginn des Spiels mehrere Rauchtöpfe gezündet worden. Verletzte habe es aber auch hier nicht gegeben. Er sprach angesichts der Rivalität der Fangruppen von einem Risikospiel ohne größere Vorkommnisse. Allerdings hatte ein Arminia-Fan zwischendurch versucht, eine Fahne der Bochumer vom Zaun zu reißen und an sich zu nehmen. "Hier sind die Stadionordner aber eingeschritten", berichtete Ridder. Offenbar wehrte sich der Fan vehement. Denn während des Gerangels sei es dann  zu einer gefährlichen Körperverletzung gekommen, so Ridder. Der Täter wurde daraufhin im Stadion von der Polizei festgenommen und abgeführt. Da auch 1.200 Arminia-Fans verschiedene Züge genutzt hatten, um zum Spiel auf der Alm zu kommen, war es das Hauptziel der Bundespolizei, die verfeindeten Fangruppen bei der Abreise im Tunnel des Hauptbahnhofs voneinander zu trennen. Laut Bundespolizei verlief dieser Vorgang "weitgehend friedlich". Gegen 17 Uhr waren die meisten Fußballfans auf der Heimreise. Die Bundespolizei leitete Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ein. Die Landespolizei ermittelt nun gegen den Arminia-Fan wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchten Diebstahls.

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