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DSC16-Kaiserslautern | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Kaiserslautern und Bielefeld sind verunsicherte Kellerkinder

Hohe Fehlerquote in der Defensive und fehlende Effizienz

Jörg Fritz
29.09.2016 | Stand 28.09.2016, 20:37 Uhr

Bielefeld. Während der Sommerpause zählte Rüdiger Rehm zu den gefragtesten Trainern in der 2. Fußball-Bundesliga. Der Karlsruher SC und der 1. FC Kaiserslautern bemühten sich intensiv um eine Verpflichtung Rehms, der beim Drittligisten Sonnenhof Großaspach mit herzerfrischendem Offensivfußball nur knapp den Aufstieg verpasst hatte. Der 37-Jährige entschied sich aber am 15. Juni aufgrund besserer Perspektiven für Arminia Bielefeld. Drei Monate später hat sich rund um die Alm ein trister Alltag eingestellt. Hoffnungen auf schöneren und erfolgreicheren Fußball blieben bislang unerfüllt. Arminia belegt als einziges siegloses Zweitligateam mit nur vier Punkten den letzten Tabellenplatz. Nicht viel besser sieht es bei den Roten Teufeln aus Kaiserslautern aus, die den ehemaligen Hannoveraner Coach Tayfun Korkut, wie Rehm ein Verfechter eines aktiven Pressingstils, unter Vertrag nahmen. Platz 17 mit fünf Punkten ist ebenfalls eine nicht zufriedenstellende Zwischenbilanz für die Lauterer, die nach acht Jahren unter Vereinsboss Stefan Kuntz eine neue Epoche einleiteten und sich mit personellen Veränderungen im Vorstand, Aufsichtsrat und in der sportlichen Geschäftsführung vor dem Saisonstart neu aufstellten. Am Samstag kommt es um 13.30 Uhr im Kaiserslauterner Fritz-Walter-Stadion zum direkten Duell zwischen beiden Klubs im Kampf um die Rote Laterne (Live-Ticker bei nw.de). Der Gewinner befindet sich auf einem guten Weg aus der Gefahrenzone und hat aufgrund der dann folgenden Länderspielpause kopfmäßig einen großen Vorteil. Beim Verlierer werden hingegen bei der Aufarbeitung einige verbale Fetzen fliegen. Die Probleme in Kaiserslautern sind ähnlicher Art wie in Bielefeld. „Wir müssen als Mannschaft besser verteidigen", bekannte Innenverteidiger Stipe Vucur nach dem 0:3 in Heidenheim. Einen fast identischen Wortlaut wählte Arminias Kapitän Fabian Klos nach der 1:3-Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg. Die Fehlerquote ist aufgrund der Verunsicherung hüben wie drüben hoch. „Es war sehr einfach, uns zu schlagen", fand Tayfun Korkut. „Heidenheim hat so agiert, wie man es von ihnen kennt. Mit Herz, Leidenschaft, einfachem Spiel." Und Effizienz. Zutaten, die man in der Zweiten Liga für ein erfolgreiches Auftreten braucht. Das Eckenverhältnis von 9:3 für den 1. FC Kaiserslautern erwies sich als ein Muster ohne Wert. Die Angriffsschwäche ist ein weiteres bisher ungelöstes Problemfeld (nur vier Tore in sieben Spielen – Arminia erzielte zehn Tore). Auf Bielefelder Seite ist Julian Börner, der wegen einer Fußverletzung vier Spiele aussetzen musste, wieder einsatzbereit. Michal Mak (Knöchelverletzung) fällt weiterhin aus. Börner gilt als der Hoffnungsträger in Kaiserslautern. „Wir müssen dort um unser Leben rennen. Diese Einstellung wollen die Fans von uns sehen", sagt der Innenverteidiger. „Wir wollen den Betzenberg zum Beben bringen", lautet sein Versprechen. „Dann müssen wir aber unsere stümperhaften Fehler in der Abwehr abstellen", schränkt Börner ein. Das werde aber klappen, „da unser Team intakt ist." Die Fans sind gespannt.

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