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Unnötig: Schiedsrichter Markus Schmidt zeigt Sebastian Schuppan nach einem Foul an Edgar Salli Gelb-Rot. - © Christian Weische
Unnötig: Schiedsrichter Markus Schmidt zeigt Sebastian Schuppan nach einem Foul an Edgar Salli Gelb-Rot. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Die Mängelliste bei Arminia ist lang, die Ursachenforschung schwierig

Nach einer enttäuschenden Heimvorstellung und einem 1:3 gegen Nürnberg fällt der DSC auf den letzten Tabellenplatz zurück.

Peter Burkamp
26.09.2016 | Stand 25.09.2016, 22:01 Uhr |

Bielefeld. Tabellenletzter, als einzige Mannschaft der 2. Liga ohne Sieg und dann auch noch das Kellerduell gegen den 1. FC Nürnberg mit 1:3 verloren, dabei wieder einmal eine Führung (diesmal eine glückliche) verspielt - selbst die treuen Fans von der Südtribüne waren mit ihrer Geduld am Ende. Nur noch wenige klatschten, als die DSC-Profis nach Spielschluss zu ihnen kamen. Pfiffe und Buh-Rufe überwogen hörbar. Auch wenn der Abstand zum Zwölften Aue nur drei Punkte beträgt, spitzt sich die Lage nach dem siebten Spieltag zu. Knapp 0,6 Zähler holte die Mannschaft bisher pro Partie, hochgerechnet sind das 20 nach Abschluss der Serie. Das reicht mit Sicherheit nicht zum Klassenerhalt. Nach einer starken Halbzeit gegen Hannover, einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang in Aue folgte nun eine überraschend schwache Vorstellung gegen Nürnberg. Beharrlich sind die Arminen nur in ihrer Inkonstanz. Trainer Rüdiger Rehm und seine Spieler taten sich sehr schwer mit Erklärungen. Offensichtlich war nicht nur für Rehm, woran es fehlte. "Wir müssen präsenter im Mittelfeld sein, aggressiver in den Zweikämpfen, mehr Handlungsschnelligkeit an den Tag legen und schneller umschalten. Sonst haben wir in dieser Liga nichts zu suchen", sagte der DSC-Trainer. Die Mängelliste nach dem 1:3 gegen Nürnberg ist lang. Und sie ist nicht neu. Warum so viele Defizite zu verzeichnen waren, vermochte keiner der Arminen schlüssig zu beantworten. "Das hat weder etwas mit dem System noch mit einem Trainerwechsel zu tun", wagte Fabian Klos einen Versuch. Für ihn lag es eher daran, "dass die Leute, die auf dem Platz stehen, nicht alles investieren". Dabei nahm er sich selbst nicht aus. "Es sind vor allem die kleinen Aktionen, die misslingen und von denen wir uns runterziehen lassen", meinte Wolfgang Hesl, der einen Foulelfmeter gegen Burgstaller (40.) pariert hatte. Mannschaftskapitän Fabian Klos hatte überhaupt kein Verständnis dafür, dass einige Spieler in der Kabine wegen des Schiedsrichters haderten. Wer so denke, werde Probleme bekommen, meinte Klos: "Wir allein sind Schuld an der Niederlage." Im Wesentlichen kritisierte Klos die Defensivleistung: "Wir kriegen so viele dämliche Gegentore. So wird?s nicht gehen." Die Einstellung oder Mentalität wollte Klos nicht in Frage stellen. Wenn es nicht an der körperlichen Frische liegt, wie Rehm vor dem Spiel betonte, scheint es ein mentales Problem zu sein. So sinnierte Tom Schütz über die Entstehung des 1:1: "Ich meine, es ist das einfachste, einen Einwurf zu verteidigen." Dazu passt auch, dass Sebastian Schuppan sich zu einem Foul in Nähe der Mittellinie hinreißen ließ und dafür völlig verdient die Gelb-Rote Karte kassierte. Wie sich die Mannschaft im Kollektiv bei den Gegentoren oder überhaupt in der Defensive angestellt hat, mag auch an den personellen Umstellungen (siehe Text unten) gelegen haben. Im Rückwärtsgang befand sich die Heimmannschaft allerdings auch, weil es vorn zu wenig Entlastung gegeben hatte. Zwei klare Torchancen - Keanu Staude mit einem Volleyversuch in der ersten Halbzeit und Michael Görlitz mit einem Schuss in der 87. Spielminute sind zu wenig, wenn man gewinnen will.

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