On Tour: Arminia-Support soll auch auswärts die Mannschaft antreiben. - © Christian Weische
On Tour: Arminia-Support soll auch auswärts die Mannschaft antreiben. | © Christian Weische

Bielefeld Westfalenbahn stellt Arminia weitere Fan-Züge

Kooperation: Klub und Unternehmen loben zwei "Testfahrten". Nächster Trip geht nach Düsseldorf

Bielefeld. Weil die Deutsche Bahn in dieser Saison überhaupt keine Fan-Sonderzüge mehr anbieten kann oder will, musste sich Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld jüngst umorientieren. Der regionale Betreiber Westfalenbahn sprang in die Bresche, fuhr die DSC-Anhänger zum DFB-Pokalspiel nach Essen und zur Ligapartie nach St. Pauli. Die "Testfahrten" - übrigens ohne Polizei an Bord - waren erfolgreich: Den Fans gefiel die Bahn, dem Bahnbetreiber gefielen die Fans. Die Kurzfrist-Kooperation, die ursprünglich nach der zweiten Fahrt erst einmal enden sollte, wird nun wohl zur Dauerlösung. "Wir sind im konstruktiven Dialog", lassen Klub und Unternehmen verlauten. Ein nächster Termin steht schon fest: Am 21. Oktober fährt ein Zug zum Spiel bei Fortuna Düsseldorf. 550 Fans sind zu Rot-Weiß Essen mitgereist, gar 600 nach Hamburg, sagt Westfalenbahn-Sprecher André Rahmer. Unterwegs waren sie in einer Bahn der Serie "Kiss". Im Doppelstockwaggon gibt's keine klassischen Abteile mehr. "Der Innenraum bildet einen zusammenhängenden Großraum", so Rahmer. Es galt Rauchverbot. Das wurde eingehalten. Laut Rahmer haben die Anhänger nichts beschädigt oder verunreinigt. Das Gleiche gelte für den Trip ans Millerntor. "Auch unsere Mitarbeiter gaben positives Feedback, sie haben die Arminia-Fans gelobt", sagt Rahmer. "Vermeintliches Vandalismusproblem" Der Tenor beim Klub ist ähnlich. Pressesprecher Tim Santen hat sich bei seinem Fan-Beauftragten Thomas Brinkmeier umgehört. "Das vermeintliche Vandalismusproblem ist aber ohnehin deutlich kleiner, als manche das vermuten", betont er. Überrascht darüber, dass sich die Arminia-Anhänger "benommen" haben, sei er nicht. Schon nach dem Spiel in Essen wurde hinter den Kulissen an einer längerfristigen Kooperation getüftelt. Nachdem "Bewährungsprobe Nummer zwei" in St. Pauli bestanden wurde, haben Westfalenbahn und Arminia die Düsseldorf-Fahrt festgezurrt. Und die Chance, dass weitere Fahrten folgen, ist laut Bahnsprecher André Rahmer groß.

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