Aus dem Häuschen: Arminias Trainer Norbert Meier (l.) und sein Assistent Uwe Speidel jubeln nach dem 2:1-Sieg in Frankfurt. - © Christian Weische
Aus dem Häuschen: Arminias Trainer Norbert Meier (l.) und sein Assistent Uwe Speidel jubeln nach dem 2:1-Sieg in Frankfurt. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Mit Norbert Meiers Vertragsverlängerung ist die künftige Ausrichtung des Vereins erkennbar

Samir Arabi: „Noch mit keinem neuen Spieler klar“

Bielefeld. Als sich am Freitagabend in Frankfurt der Jubel über den dritten Auswärtssieg (2:1) gelegt hatte, zogen die Verantwortlichen des Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld eine erste Zwischenbilanz nach 19 absolvierten Meisterschaftsspielen. Trainer Norbert Meier gab mit seiner wenige Minuten zuvor ausgesprochenen Feststellung, seinen Vertrag vorzeitig bis zum 30. Juni 2017 zu verlängern, die künftige Ausrichtung bei den Ostwestfalen vor. „Mittelfristig sollen andere Ziele gesetzt werden", formulierte der Trainer, dessen Kleingedrucktes im Vertrag, der nur für die die 1. und 2. Liga gilt, als ein klares Signal für die weitere Entwicklung des Vereins zu deuten ist. Die Vertragsdauer von zwölf Monaten ist für Meier ein überschaubarer Zeitraum, der für beide Seiten als fair zu bezeichnen ist. Vorrangig ist Meier daran interessiert, das aktuelle Ziel, Abschied von dem Image einer Fahrstuhlmannschaft, zu realisieren. 24 Punkte aus 19 Begegnungen – mit dieser Ausbeute ist Meier zum jetzigen Zeitpunkt sehr zufrieden. „Wir können allerdings noch besser spielen", meinte der Fußballlehrer nach dem Sieg in Frankfurt. Meier, der seinen Spielern als persönliches Geschenk einen zusätzlichen Urlaubstag einräumte (Trainingsbeginn ist erst wieder am 6. Januar 2016), beschäftigt sich gemeinsam mit dem sportlichen Leiter Samir Arabi auch während der Feststage mit personellen Fragen. „Natürlich soll die Mannschaft verstärkt werden", sagt Meier. „Aber neue Spieler kosten auch Geld", räumt der Trainer ein. Arabi, der von einem ordentlichen Halbjahr spricht und der Mannschaft einen stabilen Eindruck attestiert, ist sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sicher, ob neue Spieler überhaupt den Weg nach Bielefeld finden. „Bis jetzt sind wir noch mit keinem Spieler klar", schildert der sportliche Leiter den Stand der Dinge. Da die Arminen finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, erweisen sich Verhandlungen mit interessanten Spielern für den Offensivbereich als schwierig. Die Höhe des Gehaltes ist fast immer ausschlaggebend bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers. Der vereinslose Testspieler Panagiotis Vlachodimos, der zuvor in Fürth und beim Drittligisten Großaspach schon vorgespielt hatte, ist wie abgesprochen wieder nach Hause gefahren. Arabi: „Der Außenbahnspieler entspricht unserem Anforderungsprofil. Wir werden uns bezüglich einer Verpflichtung aber nicht drängen lassen." Als Weihnachtswunsch gab Arabi den Profis folgenden Ratschlag mit auf den Weg in die Ferien. „Wir dürfen 2016 bloß nicht nachlassen und müssen die Gier nach Punkten fortsetzen." Kommentar Die in der Vergangenheit oft arg gebeutelten Anhänger des DSC Arminia Bielefeld mussten sich in diesem Jahr gleich mehrere Male schütteln, um zu realisieren, was sich rund um die Alm ereignet hat. Der Begriff der Gänsehaut-Entzündung machte die Runde, nachdem der ostwestfälische Drittligist ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen war und erst vom VfL Wolfsburg gestoppt wurde. Die Begeisterung der Fans war schier grenzenlos. Der unmittelbar folgende Aufstieg in die 2. Bundesliga machte den Teil der Region, der den Arminen zugeneigt ist, atemlos. Diese positive Grundstimmung setzte sich auch in der zweithöchsten Spielklasse fort. 24 Punkte und damit Platz 12 sind aller Ehren wert. Arminia ist mit 15 Punkten auswärts das drittbeste Team der 2. Liga und weist mit 16 Gegentoren die zweitbeste Abwehr aller Klubs auf. Auch auf die Gesamtbilanz des Jahres 2015, in 35 Meisterschaftsspielen 55 Punkte geholt zu haben, dürfen alle Arminen stolz sein. So darf es weitergehen. Schreiben Sie dem Autoren Ihre Meinung zum Thema

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