Der Bielefelder Christopher Nöthe gegen den Frankfurter Alexander Huber und Torwart André Weis. - © Christian Weische
Der Bielefelder Christopher Nöthe gegen den Frankfurter Alexander Huber und Torwart André Weis. | © Christian Weische

Arminia Arminia schießt sich mit Willen und dem Glück des Tüchtigen zum Sieg

Schütz belohnt die Arminen mit seinem Last-Minute-Treffer

Bielefeld. Der DSC Arminia holt einen in der Summe absolut verdienten 2:1-Auswärtssieg bei einem harmlosen FSV Frankfurt, der über die 90 Minuten nur zu einer einzigen guten Möglichkeit kam. Aber der Sieg war nicht die einzige gute Nachricht am Abend. Die nächste verkündete Chefcoach Norbert Meier in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Nach einer kurzen Abtastphase hatte es der DSC geschafft, die Frankfurter in den ersten 10 Minuten in die eigene Hälfte zu drücken und dort etwas festzusetzen. Große Gefahr kam für die Gastgeber aber noch nicht auf. In der 11. Minute schickte Hemlein Klos auf rechts zur Grundlinie, der von dort scharf in die Mitte flankt. Die Frankfurter können zunächst klären, doch Junglas kommt zum Nachschuss - zielt aber deutlich links am Tor vorbei. In der 15. Minute tauchten dann zum ersten Mal die ansonsten harmlosen Frankfurter vor dem Bielefelder Kasten auf: Nach einem bösen Fehlpass von Behrendt in der eigenen Hälfte passt Dedic auf, schickt Perdedjaj links auf die Reise. Dessen Zuspiel auf Halimi ist aber zu lang, Keeper Hesl hat den Ball. In der Folge neutralisierten sich beide Teams und gingen nicht sonderlich viel Risiko ein. Das meiste Geschehen spielte sich im Mittelfeld ab. Viele unnötige Fehlpässe auf beiden Seiten kennzeichneten in dieser Phase das tempoarme und spielerisch deutlich ausbaufähige Spiel. In der 23. Minute zeigten sich dann die Arminen wieder gefährlich. Ulm und Nöthe kombinieren sich auf links mit einem Doppelpass in den Frankfurter Strafraum. Den Querpass auf den einschussbereiten Klos verhindert Frankfurts Ballas, der dann auch noch dem eigenen Torhüter ans Bein schießt. Die Arminen schienen nun wieder etwas aktiver zu werden. So schlägt Florian Dick in der 38. Minute eine lange hohe Flanke auf den zweiten Pfosten, wo Börner angerauscht kommt und den Ball volley über das Tor befördert. Doch gerade in dieser Phase dann der Nackenschlag: Nach einer Flanke von der rechten Seite steht Frankfurts Perdedaj vollkommen alleine am Elfmeterpunkt und kann seelenruhig per Volley unten rechts einnetzen. Arminias Rechtsverteidiger Dick war eingerückt und hatte den Torschützen in seinem Rücken vergessen. Arminia hatte in der ersten Halbzeit gegen eigentlich harmlose Frankfurter zwar insgesamt etwas mehr vom Spiel, war im letzten Drittel aber nicht konsequent genug und hinten für einen Moment unaufmerksam, was promptzum Rückstand führte. Die ersten Minuten nach Wiederanpfiff gehörten wieder den Arminen, die mit Tatendrang aus der Kabine kamen: Klos setzt sich im Strafraum nach Zuspiel von Behrendt durch, schießt aber aus zu spitzemWinkel knapp am langen Pfosten vorbei. Fünf Minuten später macht es der Top-Torjäger der Arminen dann besser: Nach einer Ecke verlängert Junglas per Kopf auf Klos, der aus drei Metern mit links ins leere Frankfurter Tor einschieben kann. Ausgleich! Dem FSV Frankfurt fehlte in der Folge der Zugriff auf das Spiel, die Arminen übernahmen die Kontrolle. Nach einem Fehlpass von Frankfurts Konrad in die Füße von David Ulm flankt der Deutsch-Franzose in den Strafraum zu Klos, der den Ball nach einer Brustannahme volley verwertet, allerdings deutlich links am Tor vorbei zielt (60.). Frankfurt war in dieser Phase noch harmloser als in der ersten Halbzeit, kam bis zur 80. Minute kein einziges Mal gefährlich vor das Tor der Bielefelder. Plötzlich dann die Möglichkeit: Lukas Gugganig kommt in der 82. Minute vollkommen ungedeckt im Fünfmeterraum der Arminen zum Kopfball, Börner blockt jedoch im letzten Moment den Ball. Diese Chance wirkte wie ein Wachrüttler für die Frankfurter, die in der Schlussphase plötzlich nochmal Druck machten: Kapplani wird freigespielt und läuft alleine auf Hesl zu, der ruhig bleibt und mit einer klasse Parade das Unentschieden festhält. Im direkten Gegenzug zeigt sich der Fußball dann aus Frankfurter Sicht von seiner grausamsten Seite: Dick mit der flachen Hereingabe von der rechten Seite und in der Mitte ist es Schütz, der den Ball mit der Hacke ins Tor lenkt. 2:1 für die Arminen! Doppelt bitter für den FSV: Das Tor entstand aus einer Abseitsposition. Dem DSC soll es egal sein, denn kurz darauf ist Abpfiff. Unter dem Strich steht ein absolut verdienter Auswärtssieg für die Arminia, die sich in der zweiten Halbzeit beträchtlich gesteigert und sich mit einem Last-Minute-Treffer durch Tom Schütz endlich mal belohnt hat. In der Pressekonferenz nach dem Spiel aber war es schließlich Norbert Meier, der die nächste gute Nachricht dieses Abends präsentierte. Wörtlich sagte er: "Ich bleibe über die Saison hinaus bei Arminia Bielefeld." Wie lange genau, ist noch nicht bekannt. Aber damit widerlegte Meier alle Spekulationen der vergangenen Tage über einen möglichen Fortgang von Arminia.

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