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Fabian Klos, Stephan Salger und David Ulm (v.l.) jubeln nach Salgers Treffer zum 0:2. - © Christian Weische
Fabian Klos, Stephan Salger und David Ulm (v.l.) jubeln nach Salgers Treffer zum 0:2. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Es wird wieder gelacht bei den Arminen

Meiers Methode, mit Ruhe und Gelassenheit auf die Ergebniskrise zu reagieren, zahlt sich in Kaiserslautern aus

Jörg Fritz
02.11.2015 | Stand 01.11.2015, 21:35 Uhr |

Bielefeld. „Bis zum Schluss haben wir alles probiert, aber uns hat das Glück gefehlt, auch mal im Strafraum zum Abschluss zu kommen. Wir stehen jetzt mit leeren Händen da und sind enttäuscht. Aber wir müssen damit richtig umgehen und wieder aufstehen und das werden wir machen.“ Diese Analyse von Konrad Fünfstück ist Bielefelder Fußball-Anhängern bestens vertraut. Arminias Trainer Norbert Meier hatte in den vergangegen Wochen ähnliche Worte gewählt, als der Aufsteiger in sieben Meisterschaftsspielen jeweils sieglos blieb. Am Freitagabend war Meiers Kaiserslauterner Kollege Konrad Fünfstück nach dem Bielefelder 2:0 an der Reihe, diese Bestandsaufnahme zu artikulieren. Bei der Beantwortung der Frage, wie mit einer Ergebniskrise umzugehen sei, blieb Meier seiner Linie stets treu. „Es hat kleinen Zweck, auf die Spieler draufzuhauen“, sagte der Fußballlehrer immer wieder. Statt dessen setzte der 58-Jährige auf eine Fortsetzung der täglichen Arbeit, „die mit Ruhe und Gelassenheit absolviert wurde“. Dieser Glaube an das Team war im Fritz-Walter-Stadion der entscheidende Faktor, dass der Bock zu Gunsten der Arminen umgestoßen werden konnte. „Wir haben endlich einmal auch das Quäntchen Glück gehabt und uns den Sieg hart erarbeitet“, sagte Meier und ergänzte philosophisch: „Nur der Tüchtige hat Glück.“Mit Mallorca-Musik gefeiert Die Erleichterung bei den Spielern nach dem zweiten Saisonsieg war riesengroß. Das Lachen in den Gesichtern kehrte auf dem Betzenberg zurück. „In der Kabine feierten sie mit Mallorca-Musik den ersten Sieg in Kaiserslautern seit 16 Jahren“, verriet Meier. „Dieses Erlebnis haben sie gebraucht.“ Tore machen nicht nur locker. Sie sorgen auch für eine Steigerung des Selbstbewusstseins. Nach dem Bielefelder Führungstor durch David Ulm (57.) staunte Meier in der Schlussphase über den Mut von Innenverteidiger Stephan Salger, der am gegnerischen Strafraum auftauchte und nach einem Zuspiel von Fabian Klos das 2:0 erzielte. Mit 15 Punkten, Tabellenplatz 11 und einem sechsten Rang in der Auswärtswertung kann der Aufsteiger aus OWL nach 13 Spieltagen ein durchaus zufriedenstellendes Zahlenwerk präsentieren, das auch Norbert Meier bestätigt. „Diese Werte geben uns Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben.“ Konrad Fünfstück, der nach vier Niederlagen in Serie in der Kritik steht, darf auf bessere Zeiten hoffen, wenn er seiner Linie treu bleibt. Norbert Meier hat es ihm vorgemacht.

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