Bielefeld/Stuttgart Fans hissen DSC-Fahne auf dem Kilimandscharo

Gipfelsturm: Michael Schubert (53) hat den mit knapp 6.000 Metern höchsten Berg Afrikas bestiegen. Im Gepäck hatte der gebürtige Bielefelder eine Arminia-Flagge, die er oben auspackte

Angekommen: Michael Schubert und seine Ehefrau Birgit Schechner auf dem Kilimandscharo - die Arminia-Fahne hatte er mit im Gepäck. Der Slogan "You?ll never walk alone" trieb ihn bei der Besteigung des Berges an. - © Privat
Angekommen: Michael Schubert und seine Ehefrau Birgit Schechner auf dem Kilimandscharo - die Arminia-Fahne hatte er mit im Gepäck. Der Slogan "You?ll never walk alone" trieb ihn bei der Besteigung des Berges an. | © Privat

Bielefeld/Stuttgart. Wenn am Abend Arminia gegen den VfL Bochum ran muss, fiebert Michael Schubert vor dem Fernseher mit. Der 53-Jährige Südland-Armine lebt in Markgröningen in der Nähe von Stuttgart, schafft es unter der Woche nicht zu den Spielen nach Bielefeld. Seine Liebe zum Verein aber trägt er in die weite Welt. Vor drei Wochen hat er den Kilimandscharo bestiegen - und am Gipfel die Arminia-Fahne ausgepackt.

Seine beiden Leidenschaften sind die Berge und Arminia Bielefeld - für seinen Verein ging's in der letzten Saison schon nach oben, für Schubert dann Ende August. Gemeinsam mit seiner Frau Birgit Schechner (46) und einem befreundeten Ehepaar bestieg er den höchsten Berg Afrikas. "Ein Lebenstraum", sagt er.

Vor eineinhalb Jahren war die Idee entstanden, den Gipfel zu erklimmen, vor einem Jahr begannen dann die Reiseplanungen. "Im Frühjahr sind wir letztendlich mit den Vorbereitungen gestartet", erzählt Schubert. Sechs Trainingswochenenden, unter anderem auf der Bielefelder Hütte im Ötztal und in den Vogesen in Frankreich, legten die Bergsteiger ein. "Ohne entsprechende Vorbereitung kann man es nicht schaffen", sagt Schubert.

Die Idee, die Arminia-Fahne mitzunehmen, aber kam erst kurz vor der Reise nach Afrika: Schuberts Schwiegermutter hat ein Bärenmuseum, in dem es auch eine Ecke mit Fußball-Bären gibt. Darüber hängt die 1,5 mal 1 Meter große Arminia-Fahne, die er mit zum Kilimandscharo nahm. "Ich habe zwar auch eine Arminia-Fahne, aber nicht so eine große." Die Schwiegermutter war eingeweiht, für Schuberts Frau aber war es eine Überraschung, als ihr Ehemann plötzlich die Fahne aus dem Rucksack holte.

"Arminia hat mich motiviert, es überhaupt bis nach ganz oben zu schaffen", sagt Schubert. Denn der Aufstieg über die Machame-Route war alles andere als leicht. Die gilt zwar als die landschaftlich schönste aller Kilimandscharo-Routen, ist aber auch anspruchsvoll, sagt Schubert. "Ich habe zwischendurch immer wieder an die vielen Arminia-Siege aus der letzten Saison gedacht", sagt er. "Das hat mich gepuscht."

Seinem Verein ist der IT-Abteilungsleiter bei Bosch schon Jahrzehnte treu. 1961 wurde er in Bielefeld geboren, ging in der Saison 1972/73, als Arminia noch in der Regionalliga West spielte, zum ersten Mal auf die Alm. "Meine Eltern hatten nichts mit Fußball am Hut, also stand ich alleine auf der Tribüne."

25 Jahre wohnt er mittlerweile nicht mehr in der Stadt, studierte in Fulda Mathematik und Informatik und arbeitete später unter anderem in Frankfurt und Karlsruhe. Fan aber ist er geblieben, seit zehn Jahren ist er mittlerweile auch Vereinsmitglied. "Bis zu 300 Spiele habe ich wohl live gesehen", sagt er.

Bei wichtigen Spielen fehlt er selten, immer wenn es möglich ist, fährt er die rund 500 Kilometer von Stuttgart nach Bielefeld, sitzt meistens auf der Haupttribüne. Und auch bei Auswärtsspielen im Süden ist er dabei. Gegen Bochum müsste heute endlich der erste Heimsieg her, findet er. "Ich wünsche mir viele Tore." Spätestens im Oktober will er die dann auch wieder live sehen.

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