Vorwärtsverteidiger: Manuel Junglas (l.) und Christopher Nöthe spielen den Ball über Freiburgs Amir Abrashi. - © Foto: Christian Weische
Vorwärtsverteidiger: Manuel Junglas (l.) und Christopher Nöthe spielen den Ball über Freiburgs Amir Abrashi. | © Foto: Christian Weische

Arminia Bielefeld Norbert Meier dreht erfolgreich am Rädchen

Der Punktgewinn beim Spitzenclub Freiburg bringt Selbstvertrauen. Die erfolgreiche Taktik beim 2:2 im Breisgau könnte auch am Dienstag gegen Bochum ziehen.

Bielefeld. Den zweiten Auswärtsdreier haben sie denkbar knapp verpasst und damit auch zwei Punkte verloren. Gewonnen haben dürften die Bielefelder dagegen eine Menge Selbstvertrauen nach ihrem mutigen und taktisch klugen Auftritt beim 2:2 in Freiburg.

"Wenn wir so wie in Freiburg auch gegen die Bochumer auftreten, werden wir sie ebenfalls ärgern können", gab sich Florian Dick vor dem Heimspiel gegen den VfL am Dienstag zuversichtlich - auch wenn die Vorbereitungszeit auf das Spiel gegen den Tabellenführer kaum knapper sein könnte. Erst am frühen Samstagmorgen trafen die DSC-Profis nach stundenlanger Busfahrt in Bielefeld ein. Nach kurzer Regeneration startete Sonntag schon die Einstimmung auf den Heimauftritt in der Schüco-Arena am Dienstag, Anstoß 17.30 Uhr. Bis dahin haben DSC-Trainer Norbert Meier, der gestern seinen 57. Geburtstag feierte, und seine Schützlinge Zeit, einen Matchplan für das Westfalenderby auszuarbeiten.

Information

Polizei ermittelt gegen Fans

Die Auseinandersetzungen zwischen Freiburger und Bielefelder Fans nach
dem Zweitligaspiel am Freitagabend ziehen einige Ermittlungsverfahren
nach sich. Zu der Begegnung der Fans war es gekommen, als Freiburger
Ultras einen polizeilich gesperrten Weg genommen hatten. Laut Badischer
Zeitung wurden die DSC-Fans provoziert und mit einem Fahrrad beworfen.
Die Polizei stellte bei 47 Bielefeldern die Personalien fest und
dokumentierte Verletzungen.

Möglicherweise braucht die taktische Ausrichtung nur in Nuancen geändert zu werden. Mit der aggressiven und laufintensiven Gangart der Bielefelder kamen die Freiburger lange Zeit nicht zu Recht. "Vorwärts verteidigen ist nicht so verkehrt", erläuterte Norbert Meier seine Strategie, die die Arminen angefangen bei den Sturmspitzen Fabian Klos und Christopher Nöthe in Freiburg erfolgreich praktizierten. Meier hatte "an einigen kleinen Rädchen gedreht", wie er selbst betonte.

Und wenn ein Rädchen mal nicht ins andere greifen will, reagiert der Trainer sofort. Björn Jopek, der nach der Pause für den Gelb-Rot-gefährdeten David Ulm gekommen war, musste nach 20 Minuten schon wieder vom Platz. Von "Höchststrafe" ist in solchen Momenten gern die Rede. Norbert Meier argumentierte derweil ganz sachlich: "Wenn ich Sachen sehe, die nicht so funktionieren, muss ich handeln." Nach der Pause standen die Gäste phasenweise schwer unter Druck.

Den Großteil von insgesamt 75 Prozent Ballbesitz der Freiburg erarbeitete sich der SC in der zweiten Halbzeit. "Um das erste Gegentor haben wir fast gebettelt", erinnerte sich Sebastian Schuppan an die Zeit nach der Pause. Die Entlastungsangriffe wurden seltener, ganz ohne Konterchancen waren die Arminen aber nicht. "Ich hatte immer das Gefühl, dass wir auch noch für ein Tor gut sind", sagte Fabian Klos, der in seinem sechsten Spiel das erste Mal traf. "Ich freue mich genau so wie er selbst", sagte Norbert Meier über "Kloses" ersten Treffer. Florian Dick betonte, ihm sei immer klar gewesen, "dass der Knoten bei Fabi mal platzen würde. Er hat sehr viel dafür gearbeitet."

Klos wirkte erleichtert und ermutigt nach dem Spiel. Er schickte gleich eine Kampfansage in Richtung der Bochumer: "Auf dieser Leistung können wir aufbauen. Man hat gesehen, dass wir konkurrenzfähig sind. Wenn wir mit der gleichen Leidenschaft am Dienstag rangehen, werden wir unser erstes Heimtor schießen", meinte der Torjäger.

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