Bieten Freikarten für Flüchtlinge: Gerrit Meinke,Hans-Jürgen Laufer, Norbert Wellmann und Gabriele Stillger (von links) - © Wolfgang Rudolf
Bieten Freikarten für Flüchtlinge: Gerrit Meinke,Hans-Jürgen Laufer, Norbert Wellmann und Gabriele Stillger (von links) | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Arminia lädt Flüchtlinge ein

500 Freikarten für das Heimspiel gegen Heidenheim

Bielefeld. Arminia Bielefeld setzt ein deutliches Zeichen gegen Fremdenhass und Gewalt: Zum Spiel gegen den 1. FC Heidenheim lädt der Zweitligist Flüchtlinge in die Schüco-Arena ein. 500 Freikarten stellt der größte Sportverein in Ostwestfalen-Lippe dafür zur Verfügung.

„Menschen, die alles verlassen und verloren haben, im Stadion zu begrüßen und ihnen ein paar sorgenfreie Stunden zu bereiten, das ist auch unsere Pflicht. Wir sind auch ein Sozialverein“, betont DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer. „Wir machen uns seit langem Gedanken, wie wir einen Beitrag zur Willkommenskultur leisten können“, ergänzt Geschäftsführer Gerrit Meinke.

Mit Blick auf die jüngsten Ausschreitungen und Angriffe auf Flüchtlingsheime betont er: „Wir wollen ein Zeichen der Solidarität setzen und den Flüchtlingen zeigen, dass wir sie nicht alleine lassen.“

Das Punktspiel am sechsten Spieltag der zweiten Fußball-Bundesliga wird am Samstag, 12. September, um 13 Uhr in der Schüco-Arena angepfiffen. Auch einige andere Fußballvereine haben schon Flüchtlinge ins Stadion eingeladen.

Information

So werden die Karten verteilt

  • Wer Flüchtlinge am 12. September in die Schüco-Arena begleiten möchte, erhält dafür Freikarten für sich und die begleiteten Personen.
  • Dazu muss ein Formular ausgefüllt werden. Darauf werden die Namen der Begleiter und der Flüchtlinge angegeben. Arminia garantiert den Datenschutz.
  • Gleichzeitig verpflichtet sich der Unterzeichner, die Karten nur an die genannten Flüchtlinge weiterzugeben und diese zu begleiten. Das Formular ist auf der Internetseite von Arminia Bielefeld abrufbar.
  • Mit dem Formular können die Karten (solange der Vorrat reicht) abgeholt werden: am 3. und 8. September jeweils zwischen 8 und 18 Uhr in der AWO-Freiwilligenakademie, Detmolder Straße 280, Haus C, 1. Etage, Büro 14 (Tel.: 92 16 444).
  • Die Eintrittskarten gelten in Bielefeld auch als Tickets für die Busse und Stadtbahnen von MoBiel zur Hin- und Rückfahrt zum Stadion.

Einfach Freikarten verteilen will der Verein jedoch nicht. Daher hat Arminia die Arbeiterwohlfahrt ins Boot geholt, um die Tickets transparent zu vergeben. Die Freiwilligenakademie der AWO übernimmt die Ausgabe.

Das Kontingent ist für Flüchtlinge und ihre Begleiter bestimmt. Denn die Aktion soll auch dazu beitragen, Kontakte zwischen Asylsuchenden und ihren neuen Nachbarn zu festigen. „Wer einen Flüchtling mitbringt, erhält ebenfalls eine Sitzplatzfreikarte“, sagt Gabriele Stillger, Geschäftsführerin der Freiwilligenakademie.

Wie viele Flüchtlinge dann tatsächlich ins Stadion kommen, lässt sich daher noch nicht sagen. Stillger: „Einer bringt vielleicht einen Asylsuchenden aus seiner Nachbarschaft mit, ein anderer vier Flüchtlinge und ein Sozialarbeiter aus einer Clearingstelle gleich zehn jugendliche Flüchtlinge.“ Um die Karten „nicht blanko“ auszugeben, hat die AWO ein besonderes System entwickelt.

„Arminia und die AWO stehen beide für Solidarität“, sagt Norbert Wellmann, Präsidiumsvorsitzender der AWO Ostwestfalen-Lippe. Die Einladung an die Flüchtlinge sei ein kleiner Willkommensgruß, aber ein wichtiger. „Wenn es viele kleine Aktionen gibt, dann werden den Menschen die Ängste genommen.“ Die Arminia-Aktion sei ein Signal, dass mit Sicherheit weit über die Schüco-Arena hinaus wirken werde.

„Arminia wird vor allem über seine Profimannschaft wahrgenommen. Aber wir sind viel mehr. Das zeigen etwa unsere Jugendmannschaften und unsere sozialen Projekte“, so Gerrit Meinke. „Mit der Aktion zeigen wir gesellschaftliche Verantwortung.“

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