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Optimist: Frankfurts Trainer Tomas Oral hofft auf eine bessere Chancenverwertung in der Schüco-Arena. - © DPA
Optimist: Frankfurts Trainer Tomas Oral hofft auf eine bessere Chancenverwertung in der Schüco-Arena. | © DPA

Arminia Bielefeld Es wird eine schwere Aufgabe am Freitag in der Schüco-Arena

FSV-Trainer Tomas Oral ist Motivator, Retter und Magath-Fan

30.07.2015 | Stand 30.07.2015, 15:05 Uhr

Bielefeld. Ob Tomas Oral für das Meisterschaftsspiel seines FSV Frankfurt am Freitagabend in der Schüco-Arena gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld erneut in die psychologische Trickkiste greifen wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten.

Der 42 Jahre alte Fußballlehrer ist erwiesenermaßen ein Motivationsfuchs, der am 34. Spieltag der Saison 2014/15 sein Meisterstück ablieferte. Als Nachfolger des zuvor entlassenen Benno Möhlmann übernahm Oral einen Spieltag vor dem Saisonabschluss den auf Relegationsrang 16 platzierten Zweitligaklub vom Bornheimer Hang.

Eine Laufeinheit durch die Waschanlage

Als erste Amtshandlung schickte Oral seine Spieler nach einer Laufeinheit durch eine Waschanlage einer Tankstelle. Sie sollten den Kopf frei bekommen, um die Serie von zuvor elf Spielen ohne Sieg abzuwaschen. "Es war keine normale Situation. Ich musste die Spieler provozieren", begründete der Coach seine "verrückte Idee." Dass Fußball eben doch Kopfsache ist, bestätigte sich beim Frankfurter Endspiel in Düsseldorf, das der FSV nach dieser kuriosen Vorbereitung mit 3:2 gewann.

Tomas Oral, der von 2006 bis 2009 bereits bei den Hessen auf der Bank saß, hatte den richtigen Impuls vermittelt. In der Endabrechnung schaffte der FSV Frankfurt den Klassenerhalt und schloss die Saison auf Platz 13 ab.

Der Glaube hatte Berge versetzt. "Natürlich habe ich mit dieser außergewöhnlichen Maßnahme in einer schwierigen Situation Glück gehabt", sagte Oral. "Wichtig war aber auch die Mentalität der Mannschaft, die diesen symbolischen Akt verstanden hat."

Der Start in die laufende Saison verlief nicht optimal

Meisterschaftsfavorit RB Leipzig siegte in Frankfurt mit 1:0, "weil wir unsere Chancen nicht genutzt haben und folglich bestraft wurden", lautete das Fazit des FSV-Coaches. Die Partie in Bielefeld stuft Oral ebenfalls "als sehr schwer für den FSV ein. Die Arminen leben noch von ihrer Aufstiegseuphorie und sind mit dem 0:0 in St. Pauli positiv in die Saison gestartet." Personell beklagen die Frankfurter den langfristigen Auffall von Linksverteidiger Heinrich Schmidtgal nach einer Knieoperation, so dass ein Ersatz für den 13-fachen Nationalspieler Kasachstans vonnöten ist. Mit dem ehemaligen Wolfsburger Patrick Ochs, der ablösefrei wechseln könnte, sind erste Gespräche bereits gelaufen. Die Höhe des Gehaltes erweist sich derzeit noch als Problem.

Tomas Oral, der mit dem FSV Frankfurt zweimal und mit dem FC Ingolstadt einmal den Klassenerhalt geschafft hat, arbeitete von Februar bis September 2014 als Co-Trainer unter Felix Magath beim FC Fulham. "Das war das beste, was mir zu diesem Zeitpunkt passieren konnte", sagt Oral und schwärmt immer noch von seinem damaligen Chef. "Magath ist ein Trainer in der höchsten Schublade. Ich habe sehr viel von ihm gelernt."

Oral hofft, nach einem großen personellen Aderlass (12 Ab-, 14 Zugänge) Stabilität in das Team reinzubringen, "um möglichst schnell in ein ruhiges Fahrwasser zu kommen." Im Zweifelsfall muss er wieder in die Trickkiste greifen.

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