0
Volle Fahrt voraus: Neuzugang Steffen Lang absolviert auf seinem Drahtesel eine Ehrenrunde auf dem Rasenplatz im Dolomitenstadion von Lienz. Nach dem Training ging es mit dem Fahrrad zurück ins Hotel. - © Christian Weische
Volle Fahrt voraus: Neuzugang Steffen Lang absolviert auf seinem Drahtesel eine Ehrenrunde auf dem Rasenplatz im Dolomitenstadion von Lienz. Nach dem Training ging es mit dem Fahrrad zurück ins Hotel. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Der Musterschüler aus dem Ländle

Verteidiger Lang bildet mit Rechtsaußen Hemlein die Schwaben-Fraktion beim Aufsteiger

Jörg Fritz
07.07.2015 | Stand 07.07.2015, 13:11 Uhr |

Lienz. Es waren anstrengende Tage, die Steffen Lang vor dem Trainingslager in Lienz verbracht hatte. Am Donnerstag bekam der 21 Jahre alte Neuzugang vom VfB Stuttgart II die Schlüssel für seine neue Wohnung in Bielefeld ausgehändigt. Einen Tag später brachte sein Bruder mit einem LKW die größeren Möbelteile nach Ostwestfalen. "Und trainieren musste ich natürlich auch noch", fügt der Rechtsverteidiger hinzu. Sich ins Zeug legen will sich Lang auch in den kommenden Tagen am Rande der Dolomiten. "Ich habe schon das Ziel, möglichst viele Spiele in der 2. Bundesliga zu bestreiten", sagt der gebürtige Nördlinger selbstbewusst. Solche Worte hört Arminias Trainer Norbert Meier sehr gerne. Der 56 Jahre alte Fußballlehrer hält große Stücke von dem Schwaben, der gemeinsam mit Arminias Außenbahnspieler Christoph Hemlein in der Spielzeiten 2011 bis 2013 das Trikot der Stuttgarter Zwoten trug. "Steffen wird auf den beiden Außenverteidigerpositionen sicherlich Druck ausüben", sagt der Trainer und freut sich auf intensive Konkurrenzkämpfe Langs mit den etablierten Florian Dick und Sebastian Schuppan. "Sie beleben das Leistungsvermögen der gesamten Mannschaft", glaubt der Trainer. Dass Lang trotz seines Alters von erst 21 Jahren längst den Status eines talentierten Youngsters verlassen hat, wird an seinen 105 Drittligaeinsätzen deutlich. In der Stuttgarter Reserve war der Spieler aus der Heimatstadt von Gerd Müller ("Ich habe ihn in Nördlingen bisher nie zu Gesicht bekommen") eine feste Größe und führte seine Mannschaft in fünf Spielen als Kapitän auf das Feld. Nach sieben Jahren beim VfB Stuttgart war ein Tapetenwechsel notwendig, "da der Sprung in die Profimannschaft nicht geklappt hat", begründet Lang sein Ja zum Zweitligaaufsteiger Arminia Bielefeld. "Dort werde ich den nächsten Schritt in meiner Karriere gehen", hofft Lang, der am 23. August 2011 in Estland sein einziges Spiel für die deutsche U-19-Nationalmannschaft bestritt und bei seinem Debüt das Tor zum 3:0-Endstand erzielte. Dieser Einsatz als DFB-Junioren-Nationalspieler zahlte sich auch für seinen Heimatverein FC Pflaumloch aus, bei dem Lang als Vierjähriger schon mit dem Training begann. Die gute Jugendarbeit des Vereins wurde vom Verband mit einer Prämie von 4.200 Euro für die Ausbildung des Musterschülers belohnt. Der zurückhaltende Baden-Württemberger hinterließ in den beiden bisher ausgetragenen Testspielen gegen einen lippischen A-Ligisten und den Westfalenligisten VfB Fichte Bielefeld jeweils 45 Minuten auf der rechten Abwehrseite einen guten Eindruck. "Ich weiß, dass mit Florian Dick auf dieser Position ein sehr guter Spieler zu Hause ist. Ich gebe aber trotzdem in jeder Übungseinheit Gas, um mich beim Trainer zu empfehlen." Steffen Lang, der in seiner Freizeit gerne Tennis und Tischtennis spielt, hat auch in einem anderen Bereich vor kurzem Neuland betreten. "Ich habe ein Fernstudium im Fach Wirtschaftswissenschaften begonnen", erzählt der 21-Jährige. Langeweile ist für ihn daher ein Fremdwort. Bis zum kommenden Dienstag wird Lang in Osttirol von Norbert Meier für die schweren Spiele in der 2. Bundesliga auf Vordermann gebracht. Dann wird der Schwabe sich sicherlich auch an den ostwestfälischen Dialekt gewöhnt haben, "der sich deutlich von unserem Sprachverhalten im Ländle unterscheidet", sagt Steffen Lang.NW.de-Ticker aus dem Trainingslager in Lienz  

realisiert durch evolver group