Mitfiebern im Milestones: Gunnar Kreutner (l.) nimmt das 0:1 schmerzgepeinigt zur Kenntnis. - © Oliver Krato
Mitfiebern im Milestones: Gunnar Kreutner (l.) nimmt das 0:1 schmerzgepeinigt zur Kenntnis. | © Oliver Krato

Bielefeld Arminenfans feiern ihre Mannschaft in den Kneipen auch ohne Finaleinzug

Arminia verliert den Pokal-Kracher gegen Wolfsburg - aber die Fans lassen sich die Stimmung nicht vermiesen

Bielefeld. Fan-Party trotz Pokal-Klatsche: Arminia hat es zwar nicht geschafft, die Wölfe aus dem DFB-Halbfinale zu kicken. Die Freude der DSC-Anhänger über das Geschaffte war dennoch groß. Jene, die gestern Abend nicht in der ausverkauften Schüco-Arena sein konnten, schauten sich die Partie in den Kneipen an. Und da ging trotz der Niederlage die Post ab. Das Spiel ist noch nicht mal angepfiffen, aber Atmosphäre herrscht schon jetzt wie zu Bundesligazeiten – bloß mit Pokal-Schlachtruf. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“ ist aus dem „Stolander“ zu hören. Georg Rupprecht, der seit seinem Umzug von Exter nach Bielefeld vor zwölf Jahren Arminia-Fan ist, ist zwar noch sehr vorsichtig: „Das wird eng“, sagt er. Rupprecht glaubt aber fest an einen Sieg der Arminen, sieht die Mannschaft schon in Berlin gegen die Dortmunder kicken.Bei jedem Tor 'nen Kurzen Andere sind da deutlich pessimistischer. Gunnar Kreutner fiebert im „Milestones“ mit, gegenüber seine schwangere Frau Silke. Achte Minute, Wolfsburg führt 1:0. „Das ist ganz bitter“, kommentiert Kreutner. An der Theke sitzen Yannic Steffen und Christoph Klose – weder verwandt noch verschwägert mit Wolfsburgs Timm Klose – und schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. 32. Minute,  Luiz Gustavo trifft für die Wölfe. „Das wird nichts mehr“, ist sich Steffen sicher. Am Ende wird er Recht behalten. Wirt Zilo Demirovic hatte vor dem Spiel den Gästen noch eine Lokalrunde versprochen – wenn Arminia gewinnt. 51. Minute, 0:3. Ulrich Maier und Thomas Welter glauben da längst nicht mehr dran. Das erste Frust-Bier des Abends wird bestellt, die Lokalrunde ist schon kein Thema mehr im „Milestones“. Bei jedem Tor für Arminia gibt’s nen Kurzen, hatte sich Hartmut Grimm vor dem Spiel überlegt. Noch aber bringt „Stolander“-Wirt Karl Richter nur Bier zu Grimm und seinen Fußball-Kumpels. 55. Minute, 0:4. Es bleibt beim Bier. Enttäuscht ist er nicht, sagt Grimm. „Alles andere als eine Niederlage wäre eine Überraschung gewesen.“Das dritte Mal hat es die Arminia nach 2005 und 2006 ins Pokal-Halbfinale geschafft. Das ist schon was, findet Benedikt Schindler. Weiter wird es in diesem Jahr nicht gehen. Das Spiel ist entschieden. Schindler muss erstmal eine rauchen. Und dann wird trotz Niederlage gefeiert.

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