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Respekt: Arminia ist nicht der Wunschgegner der Bundesligisten - © Foto: Wolfgang Rudolf
Respekt: Arminia ist nicht der Wunschgegner der Bundesligisten | © Foto: Wolfgang Rudolf

Arminia Bundesligisten zollen Arminia Respekt

"Arminia wird für alle Gegner unangenehm"

Björn Vahle
06.03.2015 | Stand 06.03.2015, 17:47 Uhr |

Bielefeld. Der Pokal-Erfolg des aufstrebenden Drittligisten gegen den zuletzt ebenfalls verbesserten Bundesligisten hat Eindruck gemacht – nicht nur in der Region. Das 3:1 Arminias gegen den SV Werder Bremen nötigt den möglichen Viertelfinal-Gegnern – allesamt Erstligisten – Respekt ab. Wunschgegner ist der Außenseiter nirgendwo. In Hoffenheim hatte Christian Frommert schon so etwas geahnt. Der Pressesprecher von 1899, der eigentlich nur einen Gesprächspartner des Vereins vermitteln will, kann dann mit seiner erfolgreichen Prophezeiung auch nicht hinter dem Berg halten. „Ich habe noch zu einem Kollegen gesagt: Ich glaube, dass es eine Überraschung geben wird und ich glaube, für die könnte Arminia sorgen.“ Die TSG Hoffenheim selbst hatte sich einen Tag vor der Arminia durch einen ungefährdeten 2:0-Sieg bei Zweitligist VfR Aalen fürs Viertelfinale qualifiziert – der dritte Erfolg im dritten Spiel gegen einen unterklassigen Gegner. „Ich denke, dass wir mit dieser Ausgangslange in den ersten drei Pokalrunden sehr gut umgegangen sind und uns souverän ins Viertelfinale gespielt haben“, sagt ein entsprechend zufriedener Alexander Rosen, Direktor Profifußball bei der TSG.Leverkusen zieht Arminia nicht den Bayern vor Nicht ganz so zufrieden zeigte sich Bayer Leverkusen, Arminias Pokalgegner aus den beiden Vorjahren. „Den vorhandenen Klassenunterschied haben wir nicht immer aufzeigen können“, sagte Geschäftsführer Michael Schade. Umso höher schätzt er die Erfolge von Arminia ein, die sich ausschließlich gegen höherklassige Teams durchsetzte. „Das zeugt von einer Qualität gerade und vor allem in K.o.-Spielen.“ Ein erneutes Aufeinandertreffen der Klubs sei ihm nicht unbedingt lieber, als eines mit dem FC Bayern. „Wir wollen nach Berlin. Wenn der Weg über Bielefeld führen sollte, dann wäre dies eine sehr schwere Aufgabe.“ Das sieht Julian Schuster, Mannschaftskapitän des SC Freiburg, ähnlich: „Bielefeld steht nicht von ungefähr an der Tabellenspitze der Dritten Liga und wird für jeden der sieben Bundesligisten im Lostopf eine ganz unangenehme Aufgabe sein.“ Die bisherigen Auftritte seines ehemaligen Kollegen Alexander Schwolow gegen Bundesligisten habe er aufmerksam verfolgt. „Es freut mich natürlich ganz besonders für Schwolli, dass er sich in beiden Spielen so gut auszeichnen konnte.“ Auch Max Eberl, Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach, traut dem Drittligisten weitere starke Pokalauftritte zu: „Arminia Bielefeld wäre für uns nicht willkommener als ein anderes Los.“ Das Achtelfinale gegen die Kickers aus Offenbach habe ihn darin bestätigt, dass Spiele gegen unterklassige Gegner „immer unangenehm und schwer“ seien. „Die Kickers haben uns alles abverlangt und man darf davon ausgehen, dass uns in Bielefeld ein ähnlicher Pokal-Fight erwarten würde“, sagt Eberl. Denn Arminia strotze derzeit vor Selbstvertrauen. „Wenn man bedenkt, dass zu diesem Zeitpunkt kein Zweitligist mehr im Wettbewerb vertreten ist und sich ansonsten ausschließlich Bundesligisten durchgesetzt haben, ist die Leistung der Mannschaft von Trainer Norbert Meier umso höher zu bewerten“, sagt Eberl. Der DSC stehe „absolut zu Recht“ im Viertelfinale.Ex-Trainer Gerland wünscht sich Arminia für die Bayern Die wenigsten Sorgen um ein Aufeinandertreffen mit dem aktuellen Pokalschreck aus Ostwestfalen macht sich offensichtlich Dieter Hecking, Trainer des VfL Wolfsburg. Seine Mannschaft schaltete mit Darmstadt 98, Heidenheim und RB Leipzig drei Zweitligisten aus. „Wir nehmen, was kommt. Wir wissen, dass wir gut sind. Unser Ziel ist der Pokal und wenn du den gewinnen willst, musst du ohnehin überall gewinnen, ob in Bielefeld oder gegen die Bayern“, sagt er selbstbewusst. Arminias Erfolge kommen auch für den gebürtigen Soester nicht von ungefähr. „In einem Pokalspiel, wo das Stadion total hinter der Mannschaft steht, da kann man auf der Alm auch als Bundesligist straucheln.“ Selbst vom haushohen Pokalfavoriten aus München fanden anerkennende Worte den Weg nach Bielefeld. „Herzliche Glückwünsche“ richtete FCB-Pressesprecher Markus Hörwick aus. Vor allem Hermann Gerland, von 1999 bis 2000 Cheftrainer in Bielefeld, habe sich sehr über das Weiterkommen gefreut. Nach dem Sieg der Bayern gegen Braunschweig sei der ehemalige Armine sofort zu ihm gekommen und habe nach dem Ergebnis gefragt. Der Freude folgte sogleich der Wunsch für die nächste Runde: „Und jetzt gegen Bielefeld.“

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