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Zwei von vielen Teams: Neben Arminia und Borussia Mönchengladbach tummeln sich viele andere Mannschaften zur Vorbereitung in der Türkei. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Zwei von vielen Teams: Neben Arminia und Borussia Mönchengladbach tummeln sich viele andere Mannschaften zur Vorbereitung in der Türkei. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Belek Belek und die Spielerberater

Vermittler tummeln sich im Trainingslager

Jörg Fritz
12.01.2015 | Stand 12.01.2015, 09:02 Uhr |

Belek. Sie zählen zu einem Berufsstand, der nicht den besten Ruf in Deutschland besitzt. Spielervermittler, von Kritikern als moderne Menschenhändler abqualifiziert, sind im Profifußballgeschäft mittlerweile zu einer festen Institution geworden. Ohne sie läuft gar nichts. Derzeit sind rund 450 Spielervermittler beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) registriert, die beim Verband eine Prüfung abgelegt und die Police einer Berufshaftpflichtversicherung hinterlegt haben. Fast alle Vertreter dieser Berufsgattung halten sich in diesen Tagen in der Region um Belek auf. Der Januar ist der Monat, in dem wichtige Geschäfte getätigt werden. Nachverpflichtungen während der Winterpause sind noch bis zum 2. Februar möglich.Kontaktpflege beim Arminia-Spiel Da in der Türkei viele Klubs aus den Ligen eins bis drei ihre Vorbereitungen auf die Fortsetzung der Meisterschaftssaison bestreiten, gibt es viele Möglichkeiten des persönlichen Kontakts zwischen Beratern und Vereinsvertretern. Schließlich geht es nicht nur um Transfers, sondern auch um Verlängerung von Spielerverträgen. Das Testspiel von Arminia Bielefeld am Sonntagnachmittag gegen Borussia Mönchengladbach war ein Pflichttermin für Spielerberater aus dem In- und Ausland. Kontaktpflege und vielleicht auch mehr war angesagt. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel haben Spierlberberater im deutschen Profifußball in der vergangenern Saison mehr als 100 Millionen Euro kassiert. Der Deutschen Fußball-Liga (DFL) sind diese hohen Summen schon lange ein Dorn im Auge. Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge nennt die Bezahlmodalitäten für Spielerberater "absurd" und plädiert dafür, dass nicht die Klubs, sondern die Spieler ihre Berater bezahlen sollten. Die Beratung bei einem Vereinswechsel oder einer Vertragsverlängerung lassen sich die Agenten mit einem Honorar von bis zu 20 Prozent des Jahresgehaltes der Spielers honorieren. Verständlich, dass dieser Berufsstand nicht über Nachwuchsmangel klagt.

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