Münster/Bielefeld Derby stand nach Bielefelder Ausschreitungen im Fanblock vor dem Abbruch

Fanfrust durch Raketen

Derby stand nach Bielefelder Ausschreitungen vor Abbruch - © Bielefeld
Derby stand nach Bielefelder Ausschreitungen vor Abbruch | © Bielefeld

Münster (pep). Der Frust war riesig. Doch bis zum 1:3 schluckte ein Großteil der Arminen-Fans seinen Ärger herunter oder brüllte ihn heraus. Mit dem dritten Münsteraner Treffer eskalierte dann die Situation auf dem Fanblock der Bielefelder.

Böller wurden geworfen, Raketen gezündet. Einige der Feuerwerkskörper flogen bis auf das Spielfeld. Der Schiedsrichter unterbrach daraufhin die Partie. Einige Momente schauten sich Spieler, Funktionäre und Schiedsrichter Sascha Stegemann das Treiben an, ehe er sich entschied, das Spiel zu unterbrechen.

Nachdem die Polizei vor dem Gästeblock aufmarschiert war, kehrte langsam Ruhe ein. Nach zehnminütiger Unterbrechung wurde das Spiel fortgesetzt. Bis zum Abpfiff blieb es ruhig. "Ich kann den Ärger der Fans verstehen. Ich stand selbst vor zwei Jahren hier nach einer Niederlage und war jetzt wieder total angefressen, dass wir hier verlieren", sagte Fabian Klos.

: DSC-Kapitän Fabian Klos und aufmarschierte Polizei versuchten, die Bielefelder Anhänger zu beruhigen. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
: DSC-Kapitän Fabian Klos und aufmarschierte Polizei versuchten, die Bielefelder Anhänger zu beruhigen. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Der DSC-Kapitän war zu Beginn der Pyro-Aktionen bemüht gewesen, die Situation zu deeskalieren und war auch mit seinen Teamgefährten nach der bitteren Derbypleite in die Fankurve gegangen. "Klar haben die Fans das Recht, stinksauer zu sein, aber die Art und Weise geht natürlich nicht", sagte Klos. Wie üblich bei solchen Spielen arbeitet die Polizei mit Videoaufzeichnungen und ermittelt jetzt. Festnahmen gab es während und nach dem Spiel zunächst nicht.

Laut Polizeisprecher Roland Vorholt ist davon auszugehen, dass einige Täter ermittelt werden. Nach Kenntnis Vorholts ist der Abmarsch der rund 2.400 Bielefelder Fans problemlos abgelaufen. Zusammenstöße unter den Fangruppen habe es nicht gegeben. Ohne äußeren Einfluss war vor dem Spiel ein Mann zu Tode gekommen.

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