Stefan Krämer beim Cottbus-Spiel. - © FOTO: DPA
Stefan Krämer beim Cottbus-Spiel. | © FOTO: DPA

SV Darmstadt 98: "Arminia ist eine hohe Hürde"

Bielefelds Relegationsgegner hat Respekt

VON JENS-JÖRG WANNEMACHER

Darmstadt. Stadion am Böllenfalltor. So heißt die sportliche Heimat des SV Darmstadt 98. Im letzten Spiel dort vor der Relegation gegen den DSC Arminia Bielefeld erlebten die Darmstädter Fans gestern jedoch das Ende einer großen Serie. Zum ersten Mal in diesem Jahr verlor Darmstadt zu Hause.

Beim bedeutungslosen 1:3 gegen Holstein Kiel lautete die Devise der "Lilien": Bloß keine Verletzungen oder Sperren einhandeln. "Dieses Spiel müssen wir schnell abhaken.  Es hat sich gezeigt: wenn man nicht an seine Leistungsgrenze geht, hat man keine Chance", sagte Trainer Dirk Schuster nach der schwächsten Vorstellung seiner Mannschaft seit Monaten.

Es ging um nichts mehr, die Relegation war seit Wochen sicher. Entsprechend blutleer präsentierten sich die Darmstädter vor 12.500 Zuschauern. "Die Enttäuschung ist momentan riesengroß. So kann man nicht aufsteigen. Aber wir werden unsere Lehren daraus ziehen", äußerte Torjäger Dominik Stroh-Engel selbstkritisch. Den besten Freund von Arminen-Spieler Tom Schütz holte Schuster schon in der 59. Minute vom Platz. Bezeichnend für die Partie: Zu diesem Zeitpunkt lag der SV 1:2 zurück. "Nächsten Freitag in der Relegation wird sich die Mannschaft anders präsentieren", ist Schuster überzeugt. Gegen Arminia muss allerdings auch mehr Leidenschaft an den Tag gelegt werden, um die Aufstiegschance zu nutzen. "Das ist eine hohe Hürde", sagte Darmstadts Torhüter Jan Zimmermann: "Bielefeld hat sich in den letzten Wochen stabilisiert. Für sie war es psychologisch wichtig, nach einer 2:0-Führung und dem Ausgleich die Partie doch noch umgebogen zu haben."

In den bislang fünfmal ausgespielten Relegationen zwischen  Zweit- und Drittligisten setzten sich vier Mal die Drittligisten durch. Einzige Ausnahme war 2013 Dynamo Dresden, das sich gegen den Osnabrück behauptete.

Gegen Kiel geriet Darmstadt bereits nach 15 Minuten nach einem kapitalen Fehler  von Torhüter Zimmermann durch Manuel Hartman in Rückstand. Noch schien dies nur ein Schönheitsfehler zu sein, denn nach einer Flanke von Marcel Heller zeigte  Stroh-Engel Übersicht,  Hanno Behrens nutzte die glänzende Vorarbeit zum 1:1 (19.). Die Freude über den Ausgleich hielt nicht einmal eine Minute an. Kiel, das sich durch den Sieg den Klassenerhalt sicherte, traf gegen die chaotische Darmstädter Abwehr durch Tim Siedschlag  zum 2:1. Das späte 1:3 durch Marc Heider (85.)  brachte die Entscheidung.

Eine überraschende Niederlage gab es zum Saisonende auch für den Zweitliga-Meister 1. FC Köln. Er unterlag beim FSV Frankfurt mit 0:2 und verpassten die Schallmauer von 70-Punkten. Auch Aufstiegsaspirant 1. FC Kaiserslautern patzte: 2:4 bei Fortuna Düsseldorf.

Beim 0:2 von Schlusslicht Energie Cottbus beim FC Ingolstadt stand weniger das Ergebnis im Vordergrund als der neue Coach. Ex-Arminia-Trainer Stefan Krämer, der Cottbus in der 3. Liga übernimmt, wurde auf der Tribüne gesichtet.

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