Arminia trotzt allen Widerständen in Dresden

Ausgleich nach Spielunterbrechung / Siegtor durch Przybylko

VON PETER BURKAMP
Kacper Przybylko trifft zum 2:3, Dresdens Torwart Benjamin Kirsten und Sebastian Schuppan können es nicht verhindern. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Kacper Przybylko trifft zum 2:3, Dresdens Torwart Benjamin Kirsten und Sebastian Schuppan können es nicht verhindern. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Arminia: "Das Wunder von Dresden" ist vollbracht - © Arminia
Arminia: "Das Wunder von Dresden" ist vollbracht | © Arminia

Dresden. Marcus Uhlig kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. "Der Hut könnte nicht größer sein, den ich vor dieser Mannschaft ziehe. Das war fantastisch", sagte Arminias Geschäftsführer nach dem Abpfiff. Während draußen die Sirenen heulten, jubelten im Innern des Dresdner Stadions die Arminen über eine ganz außergewöhnliche Leistung. "Das war einfach überragend. Wir haben uns mit Mann und Maus gegen den Abstieg gestemmt. Wie wir die Rückschläge immer wieder weggesteckt haben, war einfach toll. Das zeigt den Charakter dieser Mannschaft", sagte Tom Schütz.

Zum Saisonfinale waren die im Vorfeld vielfach schon abgeschriebenen Arminen auf den Punkt genau da. Überraschend nervenstark präsentierte sich die Elf von Norbert Meier. Bis auf einige Momente hatten die Arminen die Partie gleich von Beginn an gut im Griff - zu diesem Moment noch nicht ahnend, was noch passieren würde. Arminias Trainer muss gewusst haben, was da auf die Seinen zukommt, hatte er doch im Vorfeld schon angekündigt: "Das wird ein Spiel, von dem man später noch seinen Enkelkindern erzählt."

Wohl wahr. "Nie vergessen" werde er die 94 Minuten von Dresden, meinte ein total erschöpfter Fabian Klos. Arminias zuletzt viel gescholtener Torjäger bestätigte das Vertrauen seines Trainers. In der 41. Spielminute brachte er die Gäste mit 1:0 in Führung. Zu diesem Zeitpunkt standen nur noch zehn Arminen auf dem Platz, da Thomas Hübener nach zwei berechtigten Gelben Karten des Feldes verwiesen worden war. "Ich bin der Mannschaft dankbar, dass sie für mich gespielt und gewonnen hat", erzählte Hübener, der die Schlussphase mitfiebernd in den Katakomben erlebte. Noch vor der Pause hatte Klos die große Chance zum 2:0, doch sein Kopfball prallte vom Innenpfosten wieder heraus. Aber genau zum richtigen Zeitpunkt war Klos wieder der eiskalte Torjäger, der seine Mannschaft im Vorjahr schon zum Aufstieg geschossen hatte. Nach einem schönen Konter über Kacper Przybylko schoss er in der 63. Spielminute zum 2:0 ein.

Kurz zuvor war Cheikh Gueye wegen Gelb-Rot vom Platz (59.) gegangen. Bereits in den Momenten des zweiten Tors fielen die ersten Böller, flogen die ersten Raketen. Wenig später war das Spiel unterbrochen. Die Pause bekam den Arminen, die darauf verzichtet hatten, nur unter Protest weiterzuspielen, überhaupt nicht. Die Dresdner legten wie die Feuerwehr los und erzielten kaum eine Minute nach Wiederbeginn den Anschlusstreffer zum 1:2 durch Poté. Arminia in Not. Dresden drängte weiter. Erst scheiterte Sebastian Schuppan mit einem Freistoß ans Lattenkreuz, ehe Robert Koch den 2:2-Ausgleich schaffte (75.).

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"Wir waren kurz geschockt, doch dann haben wir uns an den eigenen Haaren wieder aus dem Sumpf gezogen", schilderte Fabian Klos die Gefühlslage der Arminen. Beinahe im Gegenzug schlossen sie einen Konter über Klos, Feick und letztlich Przybylko zum 3:2 ab.

Es folgten 20 bange Minuten, ehe Schiedsrichter Manuel Gräfe endlich abpfiff. "Das war der Wahnsinn heute", jubelte Stephan Salger erleichtert. "Seit vier Wochen konnten wir fast jeden Spieltag absteigen, aber wir sind immer noch da", sagte Salger. Auch wenn die Arminen mit dem Abpfiff stehend k.o. waren, dürfte der Sieg nach diesem denkwürdigen Verlauf den Bielefeldern Auftrieb für die Relegation geben. "Wir fahren sicherlich eine Spur selbstbewusster am Freitag nach Darmstadt", sagte Fabian Klos.

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