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Bielefeld Amateurklub muss Hooligan-Sicherheit weichen

Gästezugang zur Alm wird neu gestaltet / Wellenbrecher werden dauerhaft im Boden verankert / BSV West spielt auf der Hart-Alm

Von Jens Reichenbach
03.02.2014 | Stand 03.02.2014, 19:02 Uhr
Arminia gestaltet Gästezugang neu - © Arminia
Arminia gestaltet Gästezugang neu | © Arminia

Bielefeld. Am Sonntag kommt Fußballzweitligist FC St. Pauli mit rund 3.100 Fans nach Bielefeld. Es ist das erste große Heimspiel von Arminia Bielefeld seit den Ausschreitungen Dresdener Hooligans am Nikolaustag 2013. Diese Schreckensbilder haben nun auch Konsequenzen für den kleinen Nachbarn der Arminia. Der Gästezugang am Stadion über den Ascheplatz des BSV West muss bis dahin neu gestaltet werden. Weil die Sperrgitter und Wellenbrecher künftig fest im Boden verankert sein müssen, muss der BSV dauerhaft weichen.

Das bestätigten am Montag mehrere Verantwortliche des Fußball-Sicherheitskonzeptes in Bielefeld. Weil damals Dynamo-Hooligans im Eingangsbereich ganze Absperrgitter auf Ordner und eigene Fans geschleudert hatten, forderte die Polizei zur Sicherheit aller eine Verankerung der Gitter und "Vereinzelungsanlagen". Sonst hätte das Spiel am Sonntag nicht stattgefunden, betonte DSC-Geschäftsführer Marcus Uhlig.

Sportdezernent Udo Witthaus erklärte, dass alle Sicherheitsverantwortlichen bis zum St. Pauli-Spiel eine veränderte Lösung gewünscht hätten. Die Verankerung der Polizeigitter mit Erdankern  werde daher bis Sonntag umgesetzt und bis zum 30. Juni Bestand haben. Danach werde das Bauamt eine betonierte Dauerlösung finden.

Reinhold Beck vom Bauamt zeigt die zukünftig feste Gitterposition zur Lenkung der Gästefans über den Platz des BSV West. Polizeiführer Uwe Köhler und DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer halten den Plan. - © Foto: Wolfgang Rudolf
Reinhold Beck vom Bauamt zeigt die zukünftig feste Gitterposition zur Lenkung der Gästefans über den Platz des BSV West. Polizeiführer Uwe Köhler und DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer halten den Plan. | © Foto: Wolfgang Rudolf

"Der BSV-Platz ist dadurch nicht mehr nutzbar", betonte Witthaus. Die drei Mannschaften (Senioren, Alt-Herren und Jugend) des BSV West werden von nun an auf dem Kunstrasenplatz von Arminia umziehen - auf die sogenannte Hart-Alm.

Polizeiführer Uwe Köhler, Einsatzleiter des kommenden Zweiliga-Spiels, berichtete, dass Dresdener Hooligans drei zusammengebundene Gitter mit einem Gewicht von 160 Kilo auf eigene Fans, Ordner und Polizeibeamte geschleudert hatten. "Das war für uns neu. Nur durch Zufall ist niemand schwerer verletzt oder sogar getötet worden", so Köhler.

Im Schnellverfahren sei innerhalb einer Woche nun eine einvernehmliche Lösung erarbeitet worden, berichtete Reinhold Beck vom Bauamt. Demnach sollen Gästefans mit Sitzplatz- und Stehplatzkarten künftig durch Gitter und Erdwälle getrennt werden. Das soll zusätzlich die Möglichkeit minimieren, dass der Block oder die Kassenhäuser gestürmt werden, so Köhler.

DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer dachte dabei auch an den kleinen Nachbarn: Er sprach von einem traurigen Kapitel für den BSV West. "Wir haben trotzdem eine Lösung gefunden, indem die betroffenen Mannschaften in die Organisation der Hart-Alm aufgenommen werden." Ulrich Keßler vom BSV-Vorstand sprach von einem Schock, als den Verein vor einer Woche die Nachricht erreichte. "Aber wir spielen auf einem städtischen Platz, darum können wir uns nicht sperren." Immerhin könnten mit dieser Lösung Vereinsheim und Umkleiden weiter genutzt werden.

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