Jäger bezieht Stellung zu Dynamo-Krawallen

NRW-Innenminister berichtet Landtag über Tumulte in Bielefeld

Bielefeld (nw/red). Bei den schweren Ausschreitungen in Bielefeld am 6. Dezember sollen Fans von Dynamo Dresden offenbar gezielt Polizisten  entwaffnet haben. Aus einer entsprechenden Stellungnahme des NRW-Innenministers Ralf Jäger (SPD) für den Düsseldorfer Landtag berichtet am Mittwoch Spiegel Online - damit nimmt Jäger nun offiziell Stellung zu den Krawallen. Es sei den Gewalttätern zwar nicht gelungen, eine Pistole zu entwenden, doch konnten Hooligans den Beamten angeblich "vier Reizstoffsprühgeräte und zwei Schlagstöcke entreißen", so der Nachrichtendienst. Anschließend hätten sie die Waffen gegen die Ordnungshüter eingesetzt. 17 Polizisten wurden verletzt, vier Streifenwagen demoliert. Nach Darstellung von Innenminister Jäger hatte sich die Eskalation bereits frühzeitig angedeutet: Schon am Nachmittag des Nikolaustages wollten etwa 250 Dresdner nach ihrer Ankunft im Bielefelder Bahnhof eine Polizeikette durchbrechen. In diesem Punkt widersprechen die Dresdner dem Bericht. Sie seien zu dem Schluss gekommen, dass es einen solchen Durchbruchversuch nicht gegeben habe, so das Dynamo-Fanprojekt im Internet. Vielmehr habe das "überraschende Abrücken einer Polizeikette dafür gesorgt, dass eine Vielzahl an Fans einfach davon ausgegangen ist, am falschen Ausgang des Bahnhofes zu stehen". Die Gruppe habe daraufhin in der Annahme, den richtigen Weg zu wählen, den Bahnhof durchquert und sei von Beamten attackiert worden. Laut Jäger sei es einer größeren Gruppe von Störern noch vor Spielbeginn gelungen, ins Stadion zu gelangen. Die Ordner hätten sich von den aggressiv auftretenden Fans dermaßen bedroht gefühlt, dass sie die Kontrollen zeitweise vollständig eingestellt hätten, so der SPD-Politiker. Nur die Polizei habe demnach verhindern können, dass die Krawallmacher sich auch Zugang zu den Blöcken der Arminia-Anhänger verschafften. Die Chancen, irgendwann zu rechtskräftigen Verurteilungen zu gelangen, seien laut Jäger-Bericht eher schlecht: "Eine Identifizierung der Tatverdächtigen gelang während des Einsatzes nur in wenigen Einzelfällen", heißt es in dem Papier aus dem Innenministerium. Die Straftäter hätten sich nach den Angriffen sofort wieder in die Anonymität der Masse zurückgezogen.

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