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Trial-Routinier Carsten Stranghöner kam beim WM-Lauf im bayerischen Gefrees hervorragend mit dem schwieirgien Parcours zurecht und belegte einen sehr guten zwölften Platz. - © FOTO: NW
Trial-Routinier Carsten Stranghöner kam beim WM-Lauf im bayerischen Gefrees hervorragend mit dem schwieirgien Parcours zurecht und belegte einen sehr guten zwölften Platz. | © FOTO: NW

Die WM als gutes Training

TRIAL: Carsten Stranghöner schlägt in Gefrees sogar den Europameister

VON HANS-JOACHIM KASPERS
19.05.2011

Bielefeld. Das Comeback geht weiter. Der zehnmalige deutsche Trial-Champion Carsten Stranghöner vom MSC Brake, der vor dem Bielefelder Hallentrial in den Trialzirkus zurückgekehrt war, bewies bei seinem einmaligen Gastspiel bei den Welt- und Europameisterschaftsläufen in Gefrees mit den Plätzen 12 und 14, dass er wieder richtig gut in der Spur ist.

Im ersten von zehn WM-Wettbewerben, der in der idyllischen Umgebung des Fichtelgebirges ausgetragen wurde, traf Stranghöner auf die gesamte Weltelite, allen voran Titelverteidiger Tony Bou, der mit lediglich 32 Strafpunkten seinen spanischen Landsmann Albert Cabestany (42), den Japaner Fujinami Takahisa (43) und Adam Raga (50), ebenfalls aus Spanien, auf die Plätze verwies. Der Engländer Michael Brown, der im Februar das Braker Hallentrial gewonnen hatte, lag auf Platz acht nur einen Rang vor Ex-Weltmeister Doug Lampkin. Carsten Stranghöner belegte in dem Klassefeld der 63 Fahrer mit 116 Strafpunkten einen tollen zwölften Platz, der mit vier WM-Punkten belohnt wurde.

"Ich werde aber nicht in der WM-Wertung auftauchen, weil ich nur eine Tageslizenz gelöst habe", erklärt Stranghöner, dessen WM-Ambitionen von vornherein nur auf den in Deutschland ausgetragenen Lauf beschränkt waren: "Mehr kann ich mir zeitlich einfach nicht mehr leisten."

Im Parcours ließ eine dünne Staubschicht die großen Naturfelsen sehr glatt werden, was die Aufgabe erheblich erschwerte. Doch der Routinier kam mit den Bedingungen gut zurecht und war mit seinem Platz und seiner Fahrweise vollauf zufrieden. "Immerhin habe ich den amtierenden Europameister Alexz Wigg geschlagen", jubelte Stranghöner, der seinen Start als optimale Vorbereitung auf die im Juli in Röhrnbach beginnende DM wertete: "Das war richtig gutes Training!" .

Tags zuvor war es für ihn beim sehr viel leichter gestalteten EM-Lauf, den mit Jack Challoner ein ebenfalls vom Braker Hallentrial bekannter Fahrer gewann, deutlich schlechter gelaufen. "Ich hatte ein paar blöder Wackler dabei, die einige Plätze gekostet haben", ärgerte sich Stranghöner, der so mit 72 Strafpunkten statt "gefühlt" auf Platz fünf oder sieben nur auf dem 14. Rang einkam. "Da hat man schon gemerkt, dass mir die Praxis fehlt", erklärte der Braker selbstkritisch.

Der Deutsche Meister Mirco Kammel (MSC Brake) belegte im EM-Lauf den 22. Platz, sein Teamkollege Markus Schütte lag nur drei Plätze dahinter. Außerdem gaben die beiden Braker Sascha Hanning und Tim Stuckmann ihr EM-Debut: Sie belegten in der so genannten Inter-Klasse die Plätze sieben und zehn.