In Aufstiegs-Shirts und mit dem Fanschal: (vorn v.l.) Martin Duggen, Jimmy James, Steve Esterkamp und Tim Black sowie (hinten v.l.) Julius Dücker, Frieder Jacobsen (verdeckt), Physio Guido Krüger, Daniel Lieneke, Michael Buse, Raoul Heinen, Marius Nolte und Karsten Kemna feiern nach dem Sieg in Göttingen. - © Marc Köppelmann
In Aufstiegs-Shirts und mit dem Fanschal: (vorn v.l.) Martin Duggen, Jimmy James, Steve Esterkamp und Tim Black sowie (hinten v.l.) Julius Dücker, Frieder Jacobsen (verdeckt), Physio Guido Krüger, Daniel Lieneke, Michael Buse, Raoul Heinen, Marius Nolte und Karsten Kemna feiern nach dem Sieg in Göttingen. | © Marc Köppelmann

Paderborn Ein Sieg und eine Serie für die Ewigkeit

Basketball: Heute vor zehn Jahren stiegen die Baskets mit dem 93:91-Sieg in Göttingen in die 1. Liga auf

Jochem Schulze

Paderborn. Die Stadt Göttingen spielt in der Geschichte des Paderborner Basketball eine besondere Rolle. Am 18. März 1994 waren die "forbos" mit dem 119:101-Sieg in Südniedersachsen erstmals in die 1. Liga aufgestiegen. Am 1. April 2006, heute vor zehn Jahren, schafften die nun als "Schrönos" firmierenden Korbjäger mit einem 93:91 bei der BG Göttingen erneut den Sprung ins Oberhaus. Der Trainer hieß Doug Spradley und hatte den ersten Aufstieg als Spieler miterlebt. "Die Spielzeit 2005/06 war etwas ganz Besonderes. Denn wir haben eine perfekte Saison ohne Niederlage hingelegt. Das ist ganz selten", erinnert sich der Deutsch-Amerikaner und ist auf die insgesamt 50 Siege in Serie weiterhin sehr stolz. Das geht seinen Spielern von damals nicht anders. Die beiden US-Amerikaner Tim Black und Steve Esterkamp sowie Karsten Kemna, Marius Nolte, Daniel Lieneke, Martin Duggen, Jimmy James, Michael Buse, Julius Dücker und der im Saisonverlauf nachverpflichtete Niederländer Raoul Heinen bildeten den Stamm einer Mannschaft, deren Einmaligkeit alle Spieler auch zehn Jahre später herausstellen. "Wir hatten eine unglaublich gute Chemie im Team. Alles hat gepasst", sagt Esterkamp. "Das war der Höhepunkt meiner Karriere. Ich habe Freunde für das ganze Leben gefunden", betont Duggen, der im Frühsommer mit der Ü35 des SC Rist Wedel noch um die deutsche Meisterschaft spielt. "Wir haben immer zusammengehalten und auch in der Freizeit viel miteinander unternommen", berichtet Nolte, der im ProB-Team der Skyliners den Youngstern ab und an noch den Rücken stärkt. "Es war einmalig. Wir haben intelligent und gut zusammengespielt", erinnert sich Lieneke, der wie Dücker bis zum Ende der abgelaufenen Serie noch in der Regionalliga aktiv war. "Wir haben stets hart trainiert und jedes Spiel richtig ernst genommen, denn wir hatten ein Ziel. Und wir haben uns immer gegenseitig vertraut", weiß Tim Black noch. Der Playmaker, der später zum Erstliga-Topscorer wurde, ist ebenfalls stolz darauf, dass die "Schrönos" nach dem vorzeitigen Titelgewinn auch die ausstehenden vier Saisonspiele sämtlich gewannen. "Dieses Team hatte Charakter. Niemand hat sich nach dem Aufstieg zurückgelehnt", sagt Spradley. Der wurde damals an der Linie von Martin Krüger unterstützt und hatte gemeinsam mit Manager Nima Mehrdadi die Mannschaft in den Jahren zuvor geformt. "Auf das Ziel des Aufstiegs hatten wir seit dem Jahr 2002 konsequent hingearbeitet", erklärt Mehrdadi, der bereits seit 2002 mit Kemna, Lieneke und Nolte zusammengearbeitet hatte. Zwei Jahre später kamen Black und Esterkamp. In der Serie 2004/05 wurde der Aufstieg als Tabellenzweiter hinter Bremerhaven noch hauchdünn verpasst. Doch eine große Serie begann. Am 3. Dezember 2004 verloren die Baskets in Bremerhaven mit 78:90. Es folgten die 50 Siege in Serie. "Wir hatten gar nicht so viel Geld, wie die Konkurrenz immer gedacht hat. Doch wir haben nachhaltig gearbeitet, haben schlaue Entscheidungen getroffen und zudem auch Glück gehabt", sagt Spradley über die Jahre zwischen 2002 und 2006. Denen drei gute Erstligaserien bis 2009 und der Abstieg 2010 folgten. "Das Geschäft ist anders geworden. Kontinuität können sich nur noch die ganz finanzstarken Klubs leisten", hat Spradley in seinem Alltag als Erstligatrainer erfahren. Nolte, der das Geschäft bei den Skyliners auch ganz aus der Nähe erfährt, wird da nicht widersprechen. Und erinnert sich wie allen anderen Champions des Jahres 2006 immer gern an die Zeiten, in denen Deutschlands Basketball noch ein anderer war. "We just played to win", beschreibt Black die Angelegenheit. Genau das war an diesem historischen Tag in Göttingen zu erleben.

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