Kultureller Projekttag: Schüler besuchen ein Gotteshaus der Muslime, betreten eine neue Welt und erleben bewegungsintensives Gebet. Früher Metzgerei, heute Moschee Imam verblüfft Achtklässler

Paderborn. „Das sieht ja gar nicht aus wie eine Moschee" – so der erste Gedanke vieler Achtklässler der Heinz-Nixdorf- Gesamtschule, als sie im Rahmen ihres kulturellen Projekttages Anfang Dezember das islamische Kulturzentrum in der Abtsbrede besuchen. Von außen sieht das Gebäude nicht wirklich nach einer „normalen" Moschee mit großen Kuppeln und hohen Türmen aus. Das komme daher, dass in den Räumen früher eine Metzgerei ihren Sitz gehabt hätte, erklärt Gülcan Mert, die als Beauftragte des Zentrums die Klassen durch die Räumlichkeiten führt.
So beginnt der Rundgang nach einer kurzen Begrüßung
direkt im Waschraum, indem ein anwesender Imam den verblüfften Jugendlichen am eigenen Leib demonstriert, wie eine rituelle Waschung vollzogen wird: Hände, Unterarme, Gesicht bis hin zu den Füßen – immer in einer bestimmten Reihenfolge und immer vor dem Gebet.
Doch wo und wie beten jetzt Muslime? Als die Schüler nun vor der Tür zum Gebetsraum der Männer stehen, müssen sie erst Mal ihre Schuhe ausziehen und betreten mit dem
rechten Fuß eine für sie neue Welt: Der Gebetsraum ist reich geschmückt mit Kronleuchtern, an den Wänden hängen
kostbare Koranverse und der Boden ist mit einem weichen
Teppich ausgelegt. Bilder des Propheten Mohammed sind nirgendswo zu finden, denn im Islam herrscht ein Bilderverbot. Dafür fällt der Blick der Achtklässler auf die von Fliesen umrahmte Mihrab. Diese Gebetsnische steht überall auf der Welt in Richtung Mekka, der heiligsten Stadt im Islam.
Neben der Mihrab befindet sich die Minbar, eine Art Treppenaufgang, auf dem der Vorbeter freitags seine Predigt hält. Als die Schüler dann noch die Gelegenheit erhalten, den
Männern beim traditionellen Mittagsgebet zuschauen zu
dürfen, sind sie vollends fasziniert vom gesangartigen Rezitieren der Koranverse und dem viel bewegungsintensiveren Gebet als in christlichen
Kirchen. So ist auch die Meinung der Mädchen und Jungen
am Ende: „Ungewohnt, aber total interessant."

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