Bielefeld Beim Weltkongress in Russland

Ivonne Michel
20.10.2017 | Stand 06.12.2017, 10:00 Uhr

"Russland und die Menschen dort, voll der Hammer", sagt Dennis aus der Klasse 12 der Sonnenhellwegschule. Die war jetzt beim ersten Weltkongress für Menschen mit Behinderungen in Jekaterinburg in Sibirien dabei. 700 Menschen aus 59 Ländern mit 63 unterschiedlichen Sprachen und verschiedensten Behinderungsarten kamen dort für vier Tage zusammen.

Nach monatelangen Vorbereitungen (die NW berichtete) hieß es: Koffer für neun Tage packen, in aller Frühe mit dem Zug zum Flughafen fahren - und auf ging es nach Russland. Vier Tage Kongress und fünf Tage Sightseeing standen auf dem Programm. "Zu diesem Zeitpunkt war niemandem der Reisegruppe klar, wie viele Eindrücke, Freundschaften und wunderbare Begegnungen auf jeden Teilnehmer zukommen würden", sagt Lehrer Thomas Freiwald.

Es gab Vorträge mit Simultanübersetzung (manch ein Teilnehmer nutzte die Gelegenheit für ein Schläfchen), Workshops (da waren alle begeistert dabei) und Exkursionen. Abends dann Kulturprogramm und Aufführungen.

Die verbleibenden Tage nutzen wir dazu, in die Taiga nach "Blagoje Dela" zu fahren. Die Werkgemeinschaft mit Garten und Seminarhaus am Rande eines Dorfes.

Dort trafen wir auch Swetlana und Julia, die uns von Russland aus per E-Mail wertvolle Tipps für die Reisevorbereitung gegeben hatten. Außerdem wurden hier Freundschaften geschlossen, die hoffentlich zu einem baldigen Gegenbesuch führen werden. "Die Menschen der Gemeinschaft ,Blagoje Dela? sind Pioniere in der anthroposophischen Behindertenarbeit Russlands und leisten unter schwierigsten finanziellen Umständen neben sozialtherapeutischen Tätigkeiten fantastische, internationale Arbeit", sagt Freiwald.

Abschließend erkundeten wir Jekaterinburg, bestaunten Ikonen und goldene Dächer in und auf russisch-orthodoxen Kirchen, kauften ein und aßen im hypermodernen Shoppingmalls. Wir besuchten einen der berühmten russischen Zirkusse, erhandelten russische Souvenirs aus Halbedelsteinen des Uralgebirges auf einem Steinmarkt und fütterten zahme Eichhörnchen in einem wunderschönen Stadtpark. Dabei ergaben sich immer wieder feine, kurze Begegnungen mit den Bürgern der Zweimillionenstadt.

Russland haben wir verlassen, aber in Gedanken und im Herzen werden wir wohl noch eine Weile dort sein.

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