NW News

Jetzt installieren

0

"Du musst die Weißen beißen"

Abgedrehte Komödie gegen rechte Gesinnung

VON SCHÜLERN DER KLASSE 8c DES HANS-EHRENBERG-GYMNASIUMS
06.11.2007 | Stand 06.11.2007, 17:15 Uhr

Sennestadt. Schüler des Ehrenberg-Gymnasiums haben im Cinestar den Film "Leroy", der noch immer läuft, gesehen. Im Rahmen des Projektes "Klasse", früher "Zeitung in der Schule", haben sie den Film besprochen:

"Ein Nigger steht vor der Tür." Mit diesem Ausspruch wird der siebzehnjährige Leroy vom jüngsten Bruder seiner ersten großen Liebe Eva begrüßt. Dass diese ihn anschließend zum Besuch in ihr Elternhaus fast hineinziehen muss, lässt sich leicht denken.

Dabei hatte Leroy, bevor er Eva kennen lernte, trotz seiner schwarzen Hautfarbe und seiner prächtigen Afro-Frisur nie ein Problem damit, sich als Deutscher zu fühlen. Seinen Freunden Achmed und Dimi(trios) gilt er sogar als überangepasst. Denn anstatt Hip-Hop zu hören, spielt er lieber Cello und kann mit Goethe viel mehr anfangen als mit den Mädchen auf dem Schulhof.

Über Mädchen oder Sex denkt er im Gegensatz zu Dimi sogar nur äußerst selten nach, bis er eines Tages Eva auf dem Schulhof begegnet. Beide sind sofort fasziniert voneinander. Auch der erste Kuss lässt nicht lange auf sich warten.

Doch als wäre das Verliebtsein nicht schon kompliziert genug, will Eva ihren neuen Freund unbedingt ihrer Familie vorstellen. So kommt es zu einigen unerfreulichen Begegnungen, denn Evas Familie ist so rechts, dass sie sogar ihre zwei Wellensittiche nach Hitlers Generälen "Rommel" und "Kaltenbrunner" benannt hat.

Ihre kahlrasierten Brüder machen Leroy das Zusammensein mit Eva schwer, beauftragen befreundete Skinheads, die "Schokokugel zu klatschen", wobei unbeabsichtigt Eva krankenhausreif geschlagen wird.
Leroy weiß danach nicht mehr, was er tun soll, er will sich nie mehr vor Skinheads fürchten müssen. In einem kleinen Black-Music-Shop verhelfen ihm zwei Schwarze zu mehr Selbstbewusstsein. "Du musst die Weißen beißen!", zitiert einer der beiden aus dem Film "Blacula". Doch ob das das richtige Rezept ist? Seht selbst!

Der Film bleibt bis zum Schluss spannend und hat ein ungewöhnliches Ende. Obwohl er das Thema Rechtsextremismus behandelt, ist "Leroy" eine abgedrehte Komödie, voll gepackt mit Gags und Blödeleien: einem Wellensittich, der Szenen des Films "Psycho" nachspielt, oder einem Hund, der mit der Pfote den Hitlergruß machen kann.

Gute Darsteller führen jede Menge schräge Personen vor, die in jeder Lebenslage einen coolen Spruch auf Lager haben. Das war nicht zu erwarten gewesen – es war ja eine Empfehlung des Klassenlehrers –, aber der Streifen strapaziert oft die Lachmuskeln.

Mehr zum Thema

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken