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Reisende warten am Düsseldorfer Flughafen. - © AFP or licensors
Reisende warten am Düsseldorfer Flughafen. | © AFP or licensors

Bis Mittwoch Eurowings-Piloten im Streik - Hälfte der Flüge in NRW fällt aus

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage legen Eurowings-Piloten ihre Arbeit nieder. Betroffen sind auch viele Urlauber aus NRW.

17.10.2022 | Stand 17.10.2022, 14:15 Uhr

Düsseldorf/Köln (dpa/anwi). Im Arbeitskampf bei der Fluggesellschaft Eurowings hat die Pilotengewerkschaft Cockpit ihre Gangart verschärft und am Montag einen dreitägigen Streik begonnen. Nach Angaben der Lufthansa-Tochter fielen zum Wochenauftakt 240 von 488 Flügen aus.

An den beiden großen Flughäfen in Nordrhein-Westfalen fielen nach ersten Angaben vom Montag gut die Hälfte der Flüge der Airline aus. In Düsseldorf wurden mehr als 100 der 205 geplanten Starts und Landungen abgesagt, am Flughafen Köln/Bonn waren es 45 von 68, wie die Flughäfen mitteilten. Dutzende Flüge fielen auch an den Airports Hamburg, Stuttgart und Berlin aus.

Chaos an den Schaltern der Airline gab es am Montagmorgen aber nicht. Eurowings habe früh genug informiert, die betroffenen Passagiere seien daher gar nicht erst gekommen, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Flughafens. Fluggäste wurden gebeten, sich über den Status ihres Fluges auf der Eurowings-Webseite oder über die Eurowings-App zu informieren. Keine streikbedingten Ausfälle gibt es am Flughafen Paderborn. Dieser wird von einer Tochtergesellschaft von Eurowings bedient, die von der Arbeitsniederlegung nicht betroffen ist.

Verhärtete Fronten im Streit

Die Vereinigung Cockpit (VC) hatte die Eurowings-Piloten aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Grund sei das unzureichende Angebot der Arbeitgeberseite zum Manteltarifvertrag. Am frühen Montagmorgen sagte ein VC-Sprecher, es sei kein weiteres Angebot vorgelegt worden. Eurowings kritisierte den Streik als unverhältnismäßig und unverantwortlich.

Reisende stehen am Montagmorgen auf dem Flughafen Hamburg. Auch dort kam es wegen des Streiks zu vielen Ausfällen. - © Bodo Marks
Reisende stehen am Montagmorgen auf dem Flughafen Hamburg. Auch dort kam es wegen des Streiks zu vielen Ausfällen. | © Bodo Marks

Die Fronten sind bisher verhärtet: Der Finanzchef der Airline, Kai Duve, sagte am Montag am Köln/Bonner Flughafen, dass seine Firma nach dem jüngsten Angebot an die Grenze des wirtschaftlich Machbaren gekommen sei. Er forderte die Pilotengewerkschaft Cockpit auf, auf dieser Basis an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Wir müssen jetzt sprechen, bis dahin wird es kein neues Angebot geben.“ Der Streik koste die Firma jeden Tag einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Das gefährde Arbeitsplätze.

Streik bis einschließlich Mittwoch

Der Streik ist von Montag bis einschließlich Mittwoch geplant. Welche Flüge am Dienstag und Mittwoch betroffen sind, war noch unklar. Die Airline geht nach eigenen Angaben davon aus, dass dann ebenfalls mehr als die Hälfte der geplanten Flüge stattfinden könne. Dass ein großer Teil der Flüge trotz des Streiks stattfinden kann, liegt unter anderem daran, dass die Maschinen der österreichischen Tochter Eurowings Europe nicht vom Arbeitskampf betroffen sind.

Es ist bereits das zweite Mal innerhalb von weniger als 14 Tagen, dass Piloten bei der Lufthansa-Tochter die Arbeit niederlegen. Beim ersten Streik am 6. Oktober waren etwa die Hälfte aller Flüge ausgefallen.

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