Das Land NRW sagt den Kommunen Hilfe zu. - © imago images/NurPhoto
Das Land NRW sagt den Kommunen Hilfe zu. | © imago images/NurPhoto

NW Plus Logo Unterstützung für Kommunen NRW will Zehntausende Plätze für Flüchtlinge schaffen - Betten werden knapp

Das Land sagt den Kommunen finanzielle Hilfen zu und will mobile Teams schicken. Minister Stamp spricht von einer "Jahrhundertkatastrophe".

Ingo Kalischek

Düsseldorf. Der Zuzug ukrainischer Flüchtlinge nach Deutschland hält unvermindert an. Das Land NRW hat nach offiziellen Angaben bislang rund 30.000 Geflüchtete aufgenommen, die tatsächliche Zahl dürfte aber weitaus höher sein, da viele Menschen zunächst bei Bekannten unterkommen. Die Opposition im Landtag fordert dringend eine bessere Koordination und Verteilung der Menschen und wirft der Regierung mangelnde Führung vor.

Die Landesregierung hat seit Kriegsbeginn knapp 10.000 Plätze zusätzlich in den Landeseinrichtungen aktiviert und werde in den nächsten Wochen weitere Zehntausende Plätze schaffen. Man wolle möglichst große Hallen für Puffereinrichtungen akquirieren, kündigte NRW-Flüchtlingsminister Joachim Stamp (FDP) bei einer Debatte im Landtag an. Bisherige Mittel in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro würden notfalls aufgestockt. Stamp forderte erneut einen Gipfel von Bund, Ländern und Kommunen, um eine gemeinsame Strategie bei der Unterbringung und Verteilung der Geflüchteten abzustimmen. „Wir erleben eine Jahrhundertkatastrophe.“

Eine Bewältigung der gesamten Flüchtlingsströme sei nur mit internationaler Hilfe möglich, so Stamp. Seit Tagen wenden sich immer mehr Städte an das Land und fordern Unterstützung bei der Aufnahme und Unterbringung der Menschen. Die Landesregierung will in den nächsten Tagen mobile Teams in die Kommunen schicken, um bei den Registrierungen zu helfen. Es mangele aber bereits an den dafür nötigen technischen Systemen, sagte Stamp. Zugleich seien kaum noch Betten und Matratzen am Markt zu bekommen – wenn dann zu sehr hohen Preisen.

Der Fraktionsvize der SPD im Landtag, Christian Dahm aus Herford, fordert das Land auf, jetzt 50.000 Erstaufnahmeplätze zu schaffen. Die Ankunft der Flüchtlinge dürfe zudem nicht länger nach dem Zufallsprinzip oder der Qualität der Verkehrsanbindung erfolgen, Dahm. Die Grünen fordern einen ressortübergreifenden Krisenstab im Land. Zugleich haben die Parteien erneut ausdrücklich das große ehrenamtliche Engagement in der Bevölkerung gelobt.

Jetzt weiterlesen

Schnupper-Abo
1 € / 1. Monat
danach 9,90 € / Monat
  • Einen Monat testen - monatlich kündbar

    danach 9,90 € / Monat
Besondere Konditionen für Zeitungsabonnenten
Herbst-Deal
99 € 69 €
  • Alle Artikel lesen - ein ganzes Jahr mit 30 € Sparvorteil

2-Jahres-Abo
169 €
  • Mehr als 65 € sparen

Bereits Abonnent?

Zum Login

Wir bedanken uns für Ihr Vertrauen in unsere journalistische Arbeit.

Aktuelle Nachrichten, exklusive Berichte und Interviews aus Ostwestfalen-Lippe, Deutschland und der Welt von mehr als 140 Journalisten für Sie recherchiert. Hier finden Sie unsere Digital-Angebote in der Übersicht.

Mehr zum Thema