Tausende Ukrainer sind auf der Flucht. - © picture alliance/dpa
Tausende Ukrainer sind auf der Flucht. | © picture alliance/dpa

NW Plus Logo Ukraine-Krise NRW will Flüchtlinge in Wohnungen unterbringen

Das Land steuert die Unterbringung Geflüchteter aus der Ukraine zentral. Wie das klappen soll.

Ingo Kalischek

Düsseldorf. Die NRW-Landesregierung will die Städte und Gemeinden bei der Aufnahme geflüchteter Ukrainer nach Kräften unterstützen – „ohne wenn und aber“, kündigte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) an. Sein Stellvertreter Joachim Stamp (FDP) betonte, dass es sich um eine „völlig andere“ Situation handele als bei der Flüchtlingsbewegung 2015, da eine Solidarität in ganz Europa zu spüren sei. Das Land könne derzeit nicht verlässlich prognostizieren, wie viele Menschen tatsächlich ins bevölkerungsreichste Bundesland kommen werden. So oder so: NRW sei vorbereitet und könne unkompliziert Nothilfe gewährleisten, versicherte Stamp, der auch Familien- und Integrationsminister in NRW ist. Mit den vorhandenen Visa-Regelungen könnten die Ukrainerinnen und Ukrainer sich schon jetzt legal 90 Tage in der EU aufhalten, darüber hinaus werde ihr Status auch unkompliziert verlängert. Das sei aktuell die einfachste Regelung für diejenigen, die privat in NRW untergekommen seien. Heute könne die Europäische Union laut Stamp zudem Historisches beschließen, wenn sie die Richtlinie ziehe, nach der erstmals geflüchtete Menschen nach festen Quoten unter allen europäischen Ländern verteilt werden. Die NRW-Landesregierung bittet die rund 480 Wohnungsunternehmen, freien Wohnraum zu melden. Dazu werde ab morgen eine digitale Plattform freigeschaltet, kündigte Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) an. Darauf sollen aber nur die Kommunen Zugriff erhalten, die die Anmietungen vornehmen sollen. Die Wohnungsunternehmen und Genossenschaften verfügen im Land über rund 1,1 Millionen Wohnungen. „Was Heimat bedeutet, wissen Menschen, die Heimat verlieren“, sagte Scharrenbach und berichtete davon, dass ukrainische Geflüchtete zum Beispiel eine Hand voll Erde oder den Pullover ihres Vaters eingepackt hätten, um „irgendetwas Vertrautes“ dabei zu haben. Die Landesregierung betont die Bedeutung, dass jetzt vor allem Kinder unkompliziert in NRW aufgenommen werden können. Ziel sei es, dass sich die Geflüchteten bei ihrer Ankunft registrieren, um so praktische Hilfen und Zugang zu Schule und Kita zu erhalten. Laut Wüst sind derzeit vor allem Geldspenden willkommen.

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